Zwischen Pierogi und anderen Deftigkeiten – ein Tag in Krakau

„Stell dir vor, ich fahre um 4 Euro mit dem Bus nach Krakau.“ Wenn man das jemandem erzählt, erntet man erst einmal ungläubige Blicke. Und tatsächlich bin ich um so wenig Geld in die zweitgrößte Stadt Polens gefahren, nämlich mit dem polnischen Busanbieter PolskiBus. Als ich den Preis gesehen habe, musste ich es einfach ausprobieren. Was man erwartet? Um diesen Preis darf man sich eigentlich gar nichts erwarten!

Als ich um halb 5 Uhr nachmittags am Busbahnhof in der Nähe des Hauptbahnhofes Wien auf den Bus wartete, wurde mir schon klar, dass wohl kaum jemand anderes als die Polen selbst mit diesem Bus fahren. Und so war es dann auch. Aber das hat mich überhaupt nicht gestört. Wichtig war ja nur, preiswert ans Ziel zu gelangen. Der Bus an sich war auch okay, wer kurze Beine hat, reist jedoch deutlich komfortabler, denn die Sitze sind wirklich eng (sogar für mich mit meinen 1,63m). Ich würde mir auf jeden Fall einen zweiten Sitzplatz buchen, einfach weil es sowieso fast nichts kostet und man dann mehr Platz hat. Nach 7 Stunden Fahrt erreichten wir spätabends Krakau. Gewohnt habe ich übrigens im Premium Hostel. Krakau ist an sich sehr günstig, sowohl beim Essen als auch bei Unterkünften. Ich war sehr zufrieden mit dem Hostel.

Warum nach Polen?

Krakau ist wie gesagt die zweitgrößte Stadt in Polen. Warum ich überhaupt nach Polen gereist bin? Tja, hier war ich noch nie und ich hatte gehört, dass Krakau wirklich sehenswert sein soll. Und ich kann bestätigen, das ist es! Rund 760.000 Menschen leben hier, am besten plant man 2 bis 3 Tage für einen Besuch ein. Ich hatte leider nur einen einzigen Tag, da es für mich weiter nach London ging. Daher konnte ich mir Ausschwitz und die Schindler-Fabrik nicht ansehen (ich möchte sie euch dennoch ans Herz legen). Bei einem Fahrtpreis von 4 Euro pro Strecke, werde ich aber mit Sicherheit wiederkommen.

fotografie_iconSehenswert
Marktplatz
Tuchhallen & Marienkirche

Burg Wawel
Jüdisches Viertel Kazimierz
Gedenkstätte KZ Auschwitz
Schindlers Factory

In Krakau geht es deftig zu

Das Herz der schönen Altstadt von Krakau ist der größte europäische Marktplatz des Mittelalters mit den Tuchhallen, der Marienkirche und vielen schönen Gassen zum Bummeln. Hier kann man sich auch entspannt in ein Café oder Restaurant setzen und herzhafte polnische Süßspeisen oder andere deftige Gerichte genießen. Denn in der polnischen Hausmannskost geht es durchaus zünftig zu. Ich dachte immer, in Österreich wird vorwiegend cholesterin- und kalorienreich gegessen, doch in Polen kommen Liebhaber von Kohl, Wurst, Teigtaschen, Fleisch und Suppen so richtig auf ihre Kosten. Als Vegetarier hat man dagegen ein äußerst schweres Los. Die Ausnahme: Pieroggen, denn die gibt es auch mit vegetarischer Fülle. Die gefüllten Teigtaschen sind ein polnisches Nationalgericht, z.B. mit Kartoffel-Käsefüllung. Ich fand sie wirklich lecker, wobei mir ein wenige eine Sauce dazu gefehlt hat. Gestärkt mit viel zu vielen Pieroggen im Bauch spazierte ich von der Altstadt zum Wawel.

Von Burgen und jüdischem Flair 

Der Wawel ist eine Burganlage und war früher die Residenz der polnischen Könige in Krakau. Sie liegt auf einem kleinen Hügel inmitten der Stadt. Die Hightlights des Wawel sind die Wawel-Kathedrale (die auch innen sehr sehenswert ist) und der Arkadenhof des Wawelschlosses. So richtig als Burgfräulein konnte ich  mich nicht fühlen, eher wie Frosty the Snowman, denn an jenem Tag im Dezember war es richtig arschkalt.

Gegen 15 Uhr begann auch schon die Sonne unterzugehen, also konnte ich nur mehr einen kurzen Ausflug ins jüdische Viertel Kazimierz machen, das bis 1800 eine eigene Stadt war. Hier gibt es sehr viele nette Lokale, sehenswerte Synagogen und leckeres jüdisches Essen. In Kazimierz stehen zahlreiche historische alte Gebäude und es herrscht eine spezielle Atmosphäre. Ziemlich durchgefroren aber mit ganz vielen positiven Eindrücken aus Krakau fuhr ich in mein Hostel zurück, London wartete schließlich schon auf mich. Ein bisschen traurig war ich schon, dass ich mir nicht mehr hier ansehen konnte, doch das wird sicher noch nachgeholt.

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Baumstriezel niemals mit Nutella füllen. Das ist einfach ein Zucker-Overkill.

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Wawel-Kathedrale

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