London calling! – mein Guide für die britische Metropole

„The best things in life are unexpected, because there are no expectations.“ So oder so ähnlich könnte das Motto für meinen Trip nach London gelautet haben. Ein wenig unerwartet stand ich drei Tage vor Beginn dieser Reise vor der Entscheidung, alleine nach England zu fliegen oder die ganze Sache über den Haufen zu werfen. Normalerweise lasse ich mir kein Abenteuer entgehen, aber auf dieses war ich nicht vorbereitet gewesen.

Und anders als in Hamburg erwartete mich in der Hauptstadt Englands niemand – außer ein Bett in einem gemischten 8er-Schlafsaal im Hostel (sehr zu empfehlen ist das Palmers Lodge Swiss Cottage). Aber wenn mir das Leben schon die Zitrone reicht – entschied ich mich, nach Salz und Tequila zu fragen, packte meine minimalistischen 10 kg Handgepäck und war bereit, die britische Hauptstadt zu erobern.

fotografie_iconSehenswert
Houses of Parliament
Westminster Abbey
Tower of London
Tower Bridge
Buckingham Palace
St. James Park
Notting Hill
British Museum
National Gallery
Natural History Museum
Essen Icon.jpgSchmackhaft
The White Horse
The Breakfast club
Masala Zone 
ShoppingPurse Icon.jpg
Regent Street
Oxford Street
Bond Street
Harrods
Carnaby Street
Covent Garden
Camden Market & Stables

Tag 1: If I had all the money in the world

Nach einer mir unendlich erscheinenden Busfahrt vom Flughafen zum Hostel fühlte sich mein Magen an, wie ein schwarzes Loch. So zog es mich auch gleich in ein mexikanisches Lokal in der Umgebung (wie teuer mich dieser Ausflug zu stehen kommen sollte, dazu später mehr…). Wenn man in London ankommt, fühlt man sich ein bisschen „lost in the city“. So blickte ich ratlos auf meinen Stadtplan und sah mich mit einem U-Bahn-Netz konfrontiert, das mir genauso undurchdringlich erschien, wie der bunte Zauberwürfel. Aus Mangel an Entscheidungsfreude beschloss ich, kurzerhand an den Piccadilly Circus zu fahren, ins Herz der Millionenstadt. Am Picadilly Circus wimmelt es nur so von Menschen und Autos. Nicht nur, dass viele wichtige Straßen hier kreuzen, die Menschen kommen auch wegen der weltberühmten riesigen Werbefläche, auf der nur wirbt, wer sich den Preis von bis zu £4 Millionen pro Jahr leisten kann (Coca Cola hält als Platzhirsch seine Werbefläche übrigens schon seit 62 Jahren!)

Am Piccadilly Circus ist es stets hektisch und bevor ich über die Füße der tausenden anderen Menschen stolpere oder jemandem meinen Schirm ins Gesicht ramme, biege ich in die Regent Street ein. „Je teurer die Straße, desto schöner die Beleuchtung“, wurde mir gesagt. In der Regent Street war die Weihnachtsbeleuchtung einfach unfassbar schön kitschig – passend zur Crème de la Crème der teuren Markenlabels vor Ort. Wenn man die Regent Street entlang geht, gelangt man zur Oxford Street, wo ich mich endlich nicht mehr mit Window Shopping zufrieden geben musste.

„Ich mag mein Geld genau da, wo ich es sehen kann … hängend in meinem Kleiderschrank.“ Die Oxford Street ist ein Einkaufs-Mekka sondergleichen. Im Gegensatz zur Regent Street kann man sich hier auch die meisten Dinge leisten – was einerseits gut, für die Finanzen allerdings fatal ist. In der Nähe der Oxford Street liegt Soho, ein hippes Multikulti-Viertel mit etwas unkonventionelleren Shops, zahlreichen Pubs und Restaurants (so ganz „alternativ“ ist es nicht mehr, aber trotzdem cool). Wer nach der Oxford Street noch Geld übrig hat, kann seine letzten Euros auf der Carnaby Street ausgeben. Für mich endete der erste Tag leider nicht so gut. Der Burrito vom Mittagessen bescherte mir eine Lebensmittelvergiftung, die mich für den Rest des Tages außer Gefecht setzte ber die Toilettenlage in Soho und meinem Hostel könnte ich nach diesem Abend Bücher füllen). Gott sei Dank ging es mir am nächsten Tag aber wieder ein wenig besser.

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Rainy Piccadilly Circus

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pompöse Beleuchtung auf der Regent Street

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Shoppingwahnsinn auf der Oxford Street – Primark, H&M, Topshop, Zara, Forever 21, Gap, Stradivarius, Uniqulo  usw. haben hier einen Store.

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Bunt und verrückt: die Carnaby Street 

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Tag 2: Back on Stage

Nachdem Tag 1 nicht ganz nach Plan verlaufen war, hatte ich für Tag 2 ein sehr straffes Programm geschnürt. Mein erster Halt war am Houses of Parliament, in dem das britische Parlament tagt. Der wohl bekannteste Teil des Palastes ist der Big Ben, der eigentlich Elizabeth Tower nach Königin Elizabeth II. heißt (Big Ben ist nur die schwerste der fünf Glocken) und  in dem es früher sogar ein Gefängnis gab. So, genug unnützes Wissen 😛

In enger Nachbarschaft zum Houses of Parliament liegt die Westminster Abbey. Seit 1066 ist die Kirche das wichtigste geistliche Bauwerk der Krone Englands, denn hier werden traditionell die englischen Könige gekrönt und beigesetzt. Und wenn mal gerade keiner stirbt oder zum König wird, kann man die Kirche auch gut für eine medial inszenierte Märchenhochzeit nutzen – zumindest dachten sich das Kate & William im Jahr 2011. Der Eintritt in die Kirche ist ziemlich teuer (etwa £20), aber sie ist innen wirklich toll.

Nach dem Besuch der Westminster Abbey war ich schon etwas K.O., marschierte aber noch durch den St. James Park zum Buckingham Palace. Kurz dachte ich, die Queen höchstpersönlich oder William & Kate winken mir gleich aus der Kutsche zu – so ein Menschenaufgebot war vor Ort. Dass „changing the guard“ (der traditionelle Wechsel der Wache) Absperrgitter fordert und die Menschen für ein Foto ihre gute Kinderstube völlig vergessen, war mir neu. So spektakulär fand ich es auch wieder nicht. Ich war, um es in den Worten der guten alten Queen zu sagen: „not amused!“ Daher schob ich mich die Menschenmassen hindurch wieder raus aus diesem unerträglichen Getümmel.

Zum Abschluss dieses Tages schlenderte ich noch einmal über die Bond Street, eine weitere noble Einkaufsstraße, zum Winter Wonderland im Hyde Park. Ich bin ein riesiger Weihnachtsfan, doch im Winter Wonderland zerplatzte meine Weihnachtsblase ein wenig. Bei gigantischen Plastik-Weihnachtsmännern, überteuerten Nussknacker-Shows und neonfarben leuchtenden Fahrgeschäften hört meine Toleranz für die Inszenierung des Fests der Liebe auf. Hier bin ich konservativ, hier bin ich raus. Dann doch lieber noch auf einen Sprung zu Harrods, hier hat der ganze Kitsch wenigstens Stil. Wenn man nicht zufällig mit einem russischen Oligarchen oder Ölscheich verheiratet ist, ist das meiste bei Harrods fernab jeglicher Kaufrealität (bis ich in Valentino Kleidern und auf Manolo Blahniks wie Carrie Bradshaw aus Sex and the City herumstöckle, muss ich entweder ebenfalls einen Mister Big ehelichen oder mit den Ergüssen zu meinem Leben steinreich werden). Aber schauen kostet ja nichts und die Unmengen an Pralinenkunst und feinsten Köstlichkeiten im Erdgeschoss sind meiner Meinung nach sowieso das wahre Highlight des Luxuskaufhauses (und dort etwas zu probieren, treibt einen nicht sofort in den Ruin).

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Die schöne Westminster Abbey

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St. James Park-Idylle

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Changing the guard

Beleuchtung im Winter Wonderland und in der Bond Street 

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Kuchenkunst bei Harrods

Tag 3: Slow down!

An Tag 3 entschied ich mich dazu, dem Tower of London einen Besuch abzustatten. Die Festung stammt aus dem 11. Jhdt. und diente im Laufe ihrer Geschichte den englischen und britischen Königen als Residenz, militärischen Zwecken, Waffenkammer, Lager, Zoo, Museum, Gefängnis oder grausame Hinrichtungsstätte. Im Tower of London sollte man unbedingt an einer Führung durch die Yeoman Warders teilnehmen, die mit viel Humor und einigen Schauergeschichten durch den Komplex führen. Toll sind auch die Kronjuwelen mit einem Wert von etwa 20 Billionen Pfund, an denen man standesgemäß auf dem Laufband vorbeifährt 😉 Unweit vom Tower befindet sich die Tower Bridge, welche aber erst 1894 eröffnet wurde und keinesfalls so alt ist wie der Tower selbst.

Am späteren Nachmittag ging es noch auf einen Sprung zum Covent Garden Market. Dieser Markt ist bekannt für sein Kunsthandwerk, Accessoires und Souvenirs. Außerdem gibt es ganz viele nette Cafés. Zur Weihnachtszeit sind die gigantischen Markthallen aber vor allem eines: voll. Entspanntes Schlendern Fehlanzeige! Stattdessen ging es richtig kuschelig zu. Am besten schaut man wohl am Vormittag oder frühen Nachmittag vorbei. Den Abend habe ich dann entspannt bei Fish & Chips in einem in einem typischen Londoner Pub, dem White Horse ausklingen lassen (wenn du dann auch noch mit 27 nach deinem Ausweis gefragt wirst, ist der Tag perfekt 😉 ) 

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Die dicken Gemäuer des Tower of London

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Stimmungsvoll, aber auch ziemlich überfüllt – Covent Garden Market

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This is how I expect British men! Die lustigen Zwei vom Barbier-Stand beim Covent Garden Market.

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Unbedingt probieren: Fish & Chips 

Tag 4: Feels a lot like Julia Roberts  

Schrille Hausfassaden, Fetisch-Schuhe oder doch lieber Vintage-Spitzen-Kleidchen? Willkommen am Camden Market! Egal ob Vintage, Gothik, Rock oder Punk – hier wird jede Subkultur in den unzähligen Szene-Shops bedient. Von Mode, Taschen, Accessoires über Möbel bis hin zu schrägem Schuhwerk wird alles geboten. Wer etwas außergewöhnliche Stücke sucht, ist hier an der richtigen Adresse und kann sich auf Schatzsuche begeben. Ein Highlight sind die Camden Stables, wo man bei leckerem Street Food noch viel mehr einzigartige Shops durchwühlen kann. Für mich ein absolutes Must-See in London abseits der großen Handelsketten!

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Camden Market  – Chalk Farm Road

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Die Hausfassaden sind einmalig

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Zum Abschluss meines London-Aufenthalts fuhr ich nach Notting Hill. Dort gibt es ebenfalls einen tollen Markt: den Portobello Road Market, welchen man unbedingt am Freitag oder Samstag besuchen sollte, um zwischen Schallplatten, Antiquitäten, Kleidung, Kunst und Lebensmitteln das ein oder andere Unikat für Daheim zu ergattern. Ein Hauch von Julia Roberts und Hugh Grant weht hier durch die Gassen, die den Stadtteil durch den Filmerfolg „Notting Hill“ berühmt gemacht haben. Die noblen viktorianischen Häuser in zarten Pastelltönen sind ein wunderschönes Fotomotiv und haben mir den Abschied aus London nicht unbedingt leichter gemacht. Am Ende des Tages habe ich es sogar noch ins British Museum geschafft, bei dem man allerdings mehr Zeit einplanen sollte. Das Museum beherbergt nämlich 8 Millionen Objekte, welche die gesamte Kulturgeschichte der Menschheit dokumentieren. 3 Stunden sollte man da schon einplanen.

Schlussendlich kann ich wohl sagen, dass ich mich ein wenig in London verliebt habe und auf jeden Fall nicht wieder 12 Jahre warten werde, um diese wundervolle Stadt erneut zu besuchen.

London, it was a pleasure!

Notting Hill 

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Portobello Road

Das beeindruckende British Museum

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