Aufi aufn Schafberg und eini ins weiße Rössl – warum jeder mal nach St. Wolfgang kommen sollte

Endlich oben angelangt kann sind meine Beine schwer wie Blei, für meine heißgeliebte Couch würde ich in diesem Moment alles geben. Die letzten Meter hinauf waren noch einmal richtig anspruchsvoll (mein Papa musste schon ein wenig den Drill Instruktor mimen, um mich noch ein letztes Mal zu motivieren), doch der lange Aufstieg von insgesamt 4,5 Stunden hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Meine Waden fühlen sich zwar an wie der ecklig grüne Wackelpudding am Nachspeisenbuffet im Mallorca-Pauschalurlaub, aber die Aussicht ist einfach bombastisch (und die kann man ja auch gut im Sitzen genießen 😉 )

Das Projekt Schafberg-Aufstieg

Bereits im vergangenen Jahr hatte ich die Idee, auf den Schafberg zu wandern. Gut Ding braucht manchmal Weile und so schaffte ich es erst heuer, einen Termin im Kalender freizuschaufeln und Leidensgenossen für den langwierigen Aufstieg zu motivieren. Der Schafberg gehört zu den Salzkammergut-Bergen in der Grenzregion von Öberösterreich und Salzburg, wobei der Gipfel (1782m) gänzlich in Salzburg liegt. Von oben hat man einen einzigartigen Blick auf die gesamte umliegende Seenlandschaft – von Mondsee über Wolfgangsee, Attersee und Fuschlsee bis hin zu unzähligen kleineren Seen. Insgesamt sind es 13 Seen (wenn man Google Glauben schenken darf 😉

Der Berggipfel-icon
Schafberg
1782 Meter
Salzburg &  Oberösterreich, St. Wolfgang
Die TourWanderschuh Icon.jpg
Aufstieg ca. 4-5 h
schwere Wanderung
ca. 1200 Höhenmeter
ca. 12 km
KLettern Icon.pngKlettern
Purtschellersteig (A-B)

Anfahrt: Es gibt verschiedene Startpunkte, um auf den Schafberg zu wandern. Wir starteten direkt in St. Wolfgang an dem Tourismusbüro (Adresse: Au 140, 5360 St. Wolfgang), denn gleich hinter dem Büro beginnt der Weg in Richtung Vormauerstein. 

Erste Etappe zur Vormaueralm

Die von uns gewählte Route war eine etwas anspruchsvollere – wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Der Weg führte uns zuerst 2 Stunden durch den Wald, hinauf zum Vormauerstein (1450 m). Dass die Wanderung kein Zuckerschlecken ist, merkt man schon daran, dass es stetig nur bergauf geht (tja…das Leben ist nunmal kein Ponyhof!). Für Kinder ist der Ausflug nicht geeignet, da insgesamt 1200 Höhenmeter überwunden werden müssen. Auch Sportmuffeln und Stubenhockern rate ich von dieser Tour ab – außer man hat eine gewisse masochistische Ader. Jeder andere Sportunwillige wird hier garantiert keine Befriedigung erfahren. Wer jedoch regelmäßig Sport betreibt, sollte der Herausforderung gewachsen sein.

Nach zwei Stunden Bäume links, Bäume rechts war ich ganz froh, endlich auf der Vormaueralm angelangt zu sein (eine Einkehrmöglichkeit gibt es hier allerdings nicht – also ausreichend Proviant mitnehmen!). Von den Almhütten ist der Gipfel des nahe gelegenen Vormauersteins in kurzer Zeit (1/2 Std.) zu erreichen – ich habe mir meine Kräfte jedoch lieber aufgespart. 

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Das erste Teilstück ist ein längerer Wanderweg durch den Wald.

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Kurze Rast bei den Hütten der Vormaueralm

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Die Alm bietet einen wunderschönen Blick auf den Wolfgangsee!

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Ein absolutes Must-have bei einer Wanderung auf den Schafberg ist eine gute Wanderkarte, denn sonst hat man im wahrsten Sinne des Wortes bald keinen Plan mehr. Wer nicht unfreiwillig einen kleinen Umweg einlegen oder á la Blair Witch Project im finsteren Wald herumirren möchte, sollte nicht zu knausrig sein und ein paar Euro in einen Wanderplan investieren (diesen gibt es z.B. beim Tourismusbüro oder man lädt sich vorab einen Wegplan auf das Handy)

Von der Vormaueralm geht es zwischen romantischen Almhütten flach weiter in Richtung Mönichsee und von dort aus weiter zur Schafbergalm bzw. SchafbergspitzeMan kann den Schafberg vom Mönichsee ausgehend entweder über den Purtschellersteig (1,5h) oder den Himmelspfortensteig (2h) erklimmen. Wir haben uns für letzteren entschieden (wenn der Herrgott schon mal in die heiligen Hallen lädt, sagt man schließlich nicht Nein). Welcher Steig schwieriger ist, kann ich nicht sagen, jedoch ist bei beiden Varianten Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefordert und bei Nässe Vorsicht geboten (ein Klettersteigset benötigt man allerdings nicht).

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Wegweiser beim Mönichsee

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Blick auf den Mönichsee

Nach dem Mönichsee begann die Tour zunehmend felsiger und anstrengender zu werden. Bis dahin war ich noch nicht allzu sehr aus der Puste gekommen, doch nun wurde das Deo auf eine harte Probe gestellt. Zwei anspruchsvolle Stunden Gehzeit lagen zu diesem Zeitpunkt noch vor uns, doch da der Weg bekanntlich das Ziel ist, hieß es Beine in die Hand nehmen!

Die letzte halbe Stunde war mein persönlicher Kampf, da ich dann schon sehr müde und erschöpft war. Meine Oberschenkel fühlten sich an, als hätte mir jemand Gewichte daran gehängt. Und selbstverständlich liegt das steilste Stück auf den letzten Metern. Umso toller war das Gefühl, den Berg bezwungen zu haben und durch die Himmelspforte zu steigen. Ein wahrlich himmlischer Moment sozusagen. Aber auch eine Erlösung 😉

Zur Belohnung habe ich mir sogleich einen leckeren Kaiserschmarren gegönnt. Einkehrmöglichkeiten gibt es auf der Schafbergspitze z.B. folgende:

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Wir gingen weiter in Richtung Himmelspfortensteig

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Die unglaublich schöne Aussicht entlohnt für den harten Aufstieg.

Die letzten Meter bis zur Himmelspforte – ein Ende ist in Sicht!

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Durchgang durch die Himmelspforte

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Geschafft! Endlich oben am Gipfel

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Nach der Wanderung war ich einfach nur erschöpft, aber stolz.

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An so einem Rastplatz lässt es sich aushalten!

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Grandioser Ausblick ins Tal

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Mit der historischen Schafbergbahn geht es den Berg wieder hinab.

Den Abstieg haben wir uns letztlich erspart (das hätte auch meinen Fitness-Bogen überspannt) und sind stattdessen mit der nostalgischen Schafbergbahn gefahren, welche übrigens auch hinauffährt (für alle, die nicht so gern die Wanderschuhe auspacken).

Um den leeren Akku wieder aufzuladen, haben wir nach der Wanderung noch einen kurzen Stopp beim Schwarzensee gemacht, wo man direkt am See im Wirtshaus „Zur Lore“ gemütlich speisen kann.

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Nach der langen Wanderung tanken wir Energie am Schwarzensee.

Vom schwarzen und vom weissen Rössl

Ich war noch niemals….in St. Wolfgang! St. Wolfgang und das weiße Rössl kenne ich lediglich aus den zahlreichen Heimatfilmen, die meine Mama so gerne guckt. Diese Bilder aus Friede-Freude-Eierküchen-Zeiten haben sich auch in meinem Gedächtnis eingebrannt und so war ich sehr gespannt, wie St. Wolfgang in Wirklichkeit aussieht. Gewohnt haben wir übrigens im Haus Daheim, was mir sehr gut gefallen hat.

Das idyllische St. Wolfgang hat zwar nicht einmal 3000 Einwohner, doch im Sommer geht hier vergleichsweise die Post ab! Direkt am grün-türkisen Wolfgangsee gelegen ist das Örtchen ein Magnet für zahlreiche Touristen. Ich empfand es aber nicht negativ. In St. Wolfgang kann man gemütlich durch die Gassen schlendern, in die zahlreichen kleinen Souvenir- und Delikatessenshops schauen, einfach gut essen oder sich unter die Schickeria im Weißen Rössl mischen. Selbstverständlich kann man auch im See baden, doch da wir nur übers Wochenende und zum Wandern gekommen waren, ist das Badevergnügen leider ausgefallen. Dafür haben wir den See vom Boot aus erkundet und eine Schifffahrt ins benachbarte St. Gilgen unternommen. Wenn man kein Problem damit hat, den Altersschnitt von etwa 55 Jahren deutlich anzuheben, würde ich die Bootsfahrt jedenfalls empfehlen. 

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Das weiße Rössl

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Zur Hauptsaison ist in St. Wolfgang ganz schön viel los.

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Verträumte Gassen in St. Wolfgang

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Das schwarze Rössl (links)

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Blick auf St. Wolfgang vom Boot aus

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St. Gilgen ist einen Abstecher wert 

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Gut gespeist haben wir im Gasthof Kendler in St. Gilgen

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