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Im Bann der weißen Riesen: Skitour auf den Silberpfennig

Wie gigantische Schneepyramiden ragen sie in die Höhe – eine formschöner als die andere. Messerscharfe Grate laufen in perfekten Dreiecken zusammen. Tief unter meterhohen Schneeschichten verborgen liegen ihre Gipfel: Sonnblick, Hocharn und Ritterkopf. Eine Kette mächtiger Dreitausender, die mich wie eine Armee umzingelt. Doch heute hat mich ein anderer Berg angelockt.

Schon sein Name erzählt von seiner Geschichte: Am Silberpfennig wurde einst nach wertvollem Erz geschürft – wie auch auf vielen der umliegenden Gipfel. Daher trägt die gesamte Gebirgsgruppe ihren Namen: die Goldberggruppe, mit dem Rauriser Sonnblick und seinem markanten Wetterobservatorium als bekanntestem Vertreter.

Wo nichts laut werden musste

Der Bergbau im Rauriser Talschluss Kolm Saigurn ist längst Geschichte. Schon Ende des 19. Jahrhunderts lohnte sich das Schürfen nach Erz hier nicht mehr. Vielleicht ist es genau deshalb so still geblieben. Während im benachbarten Gastein der Tourismus früh Fahrt aufnahm, blieb Kolm Saigurn davon weitgehend verschont – nicht zuletzt, weil die alpinen Vereine große Flächen rechtzeitig gesichert und geschützt haben. Heute trifft man hier vor allem eines: Menschen mit Tourenski. Und das fühlt sich gut an.

Wer nicht gleich 1.500 oder mehr Höhenmeter sammeln möchte, findet an der Ostseite, entlang des Grenzkamms zum Gasteinertal, schöne Alternativen: Filzenkamm, Seekopf, Kolmkarspitz – und eben der Silberpfennig. „Gemäßigt“ ist dabei ein Wort, das man hier mit Vorsicht verwenden sollte. Zwar bringt die Normalroute auf den Silberpfennig „nur“ rund 1.050 Höhenmeter mit sich, doch der Gipfel liegt auf knapp 2.600 Metern. Hoch genug, um Respekt einzufordern. Gute Ausrüstung, sicheres Fahrkönnen und ein wachsamer Blick auf Wetter und Lawinenlage gehören hier ganz selbstverständlich dazu.

BergSilberpfennig
2600 Meter
Rauris, Salzburg
Skitourmittelschwere Skitour
Dauer: 4 bis 5 Stunden
Länge: 13 Kilometer
Aufstieg/Abstieg: 1050 Höhenmeter (ab Parkplatz Lenzanger)
Hangrichtung: West
Höhenprofil & Karte
AnfahrtParkplatz Lenzanger (1550 m) im Talschluss von Kolm-Saigurn (öffnet je nach Schneelage im März bzw. April)
Informationen zur Mautstraße
Parkplatz Bodenhaus (1230 m) unmittelbar an der Mautstelle
Zum Google Maps Routenplaner
Skitour_Silberpfennig_Rauris
Durch verschneite Wälder führt der Weg hinein in eine Welt aus gigantischen Schneepyramiden.

Im Takt der Felle

Schon die Fahrt über die tief verschneite Mautstraße gibt einen Vorgeschmack: Hier hält sich der Winter lange. Am Parkplatz Lenzanger schnüre ich meine Schuhe und lausche kurz darauf dem wohlvertrauten, leisen, rhythmischen „schrrr–schrrr“, wenn die Felle über den Schnee gleiten – gedämpft, gleichmäßig, fast meditativ.

Durch den sogenannten „Rauriser Urwald“, eine lichte Waldpassage, führt die Spur nach Südosten zu den flachen Böden der Durchgangsalm. Während ich die Skier talwärts in Richtung der Almen schiebe, genieße ich den Blick auf die weiße Winterlandschaft. Dicke Schneehauben liegen auf den Dächern der kleinen Holzhütten, die Äste der Nadelbäume tragen schwere Lasten und wippen sanft im Wind. Die Luft ist klar und kalt, ich ziehe sie tief in meine Lungen. Immer wieder schließe ich für ein paar Augenblicke die Augen und versuche, mich ganz auf die anderen Sinneseindrücke zu konzentrieren. An der Alm halte ich mich links und quere den flachen Talkessel ostwärts in Richtung Filzenalm. Hinter den Hütten führt die Spur durch eine Schneise weiter nach Osten. In mehreren kurzen Stufen, leicht links haltend, steige ich schließlich in den weiten, flachen Karboden des Filzenkares auf.

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Die Almhütten ducken sich vor der imposanten Bergwelt, die Dächer unter dicken Schneehauben verborgen.
Skitour_Silberpfennig_Salzburg
Noch flach gleitet die Spur durch den Talkessel, doch mit jeder Stufe wird das Gelände steiler, der Schnee tiefer, der Blick weiter.

Ein Ort zwischen den Welten

In dieser Kulisse unterwegs zu sein, fühlt sich überwältigend und gleichzeitig erstaunlich ruhig an. Die Berge rücken nah heran, wachsen mit jedem Schritt ein Stück weiter in den Himmel und plötzlich wird mir bewusst, wie klein ich hier eigentlich bin. Meine Spur ist oft die einzige im Hang, das Gelände weit, offen, fast ehrfürchtig. Jeder Atemzug geht tiefer, jeder Schritt wird bewusster. Ich spüre die Kraft in den Beinen, höre das leise Gleiten der Skier, das Knirschen der Kanten im Schnee – sonst nichts. Kein Lärm, keine Eile. Nur ich, der Rhythmus meiner Bewegung und diese gewaltige Bergwelt, die alles andere für eine Weile bedeutungslos werden lässt.

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Hinter mir baut sich die Goldberggruppe als geschlossene Front aus Schnee und Fels auf, ihre Gipfel dicht gereiht, hoch und massiv.
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Auf der Bockhartscharte öffnet sich der Blick zu den umliegenden Dreitausendern: Hocharn, Sonnblick und Schareck.

Mit jedem Meter wird es steiler. Die Schritte werden kürzer, konzentrierter, der Rhythmus ruhiger. Die Oberschenkel brennen, der Atem geht tief, gleichmäßig. Dann öffnet sich das Gelände – ich erreiche die Bockhartscharte. Das Gipfelkreuz steht ein paar Meter abseits, gut sichtbar, frei auf einer kleinen Erhebung. Erst ein kurzer Abstecher vom Weg führt hinüber zu ihm. Genau dort öffnet sich der Blick: auf der einen Seite das weite Panorama der Goldberggruppe, auf der anderen der Obere Bockhartsee, vollständig unter Schnee verborgen. Eine ruhige, weiße Fläche, eingebettet zwischen mächtigen Bergen, die ringsum aufragen. Gipfel an Gipfel, alles in Weiß, klar gezeichnet vor dem blitzblauen Himmel.

Ich trete näher ans Kreuz, lasse den Blick wandern und sauge diesen Moment in mich auf. Unter mir der verschneite See, über mir die Berge – und dazwischen ich, still, zufrieden, mitten in dieser gewaltigen Winterlandschaft.

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Der Obere Bockhartsee liegt still unter einer dicken Schneeschicht, dahinter zeichnen sich die Lifte von Sportgastein ab, eingerahmt von den mächtigen Gipfeln und Flanken der umliegenden Berge.
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Die Bergwelt präsentiert sich um mich herum in einem fast märchenhaften Weiß. Ich halte kurz inne und genieße die weite Fernsicht.

Ab hier zählt Konzentration

Ab hier wird die Tour spürbar ernster. Wiederum links haltend steige ich über einen weiteren, mittelsteilen Hang hinauf auf den Verbindungsgrat Richtung Bockhartscharte. Ein flacher Sattel eröffnet mir hier einen angenehmen Übergang auf die Ostseite. Anschließend quere ich ein sanft kuppiertes Plateau nach Nordosten, bis ich unter steilere Südhänge gelange. Unterhalb der Felsen folgt eine ansteigende Querung, die – abhängig von Schnee- und Lawinenlage – volle Aufmerksamkeit verlangt. Sie führt mich schließlich in das überraschend flache Südkar des Silberpfennigs

Im Südkar wird das Gelände wieder übersichtlicher, doch mit jedem weiteren Meter richtet es sich zunehmend auf. Mein Fokus verengt sich, alles Unwichtige tritt in den Hintergrund. Es zählt nur noch der nächste Schritt. Ich setze die Skier bewusst, drücke sie in die Spur, spüre den Widerstand unter den Fellen und dieses verlässliche Greifen, das mich nach oben trägt. Der Schnee ist kompakt, stellenweise hart, bei jeder Gewichtsverlagerung knirschen die Kanten leise. Mein Atem wird lauter, näher, füllt die Stille um mich herum.

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Blitzblauer Himmel, wärmende Sonnenstrahlen und das feine Glitzern des Schnees fügen sich zu einem Tag, der sich einfach richtig anfühlt.
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Staunend stehe ich inmitten dieser weißen Bergwelt. Der Puls schlägt noch vom steilen Anstieg, der Atem steht in der kalten Luft und doch fühlt sich alles leicht und erfüllt an.

Ohne größere Schwierigkeiten steige ich weiter aus dem Südkar hinauf zur Baukarlscharte. Jenseits der Scharte rutsche ich wenige Schritte ab, quere in die Nordseite und steige über den nach oben hin deutlich steiler werdenden Nordhang zum Gipfelgrat auf. Dieser verläuft schließlich flach nach Osten bis zum Gipfelkreuz.

Als ich vom steileren Nordhang auf den offenen Grat hinaustrete, öffnet sich die Flanke und mit ihr der Raum. Der Himmel spannt sich weit über mir, die Berge wirken plötzlich noch größer, noch näher. Ich gehe weiter, langsam und gleichmäßig. Die Oberschenkel werden schwer, die Waden melden sich, doch genau darin liegt etwas Beruhigendes. Jeder Höhenmeter fühlt sich ehrlich an. Ich halte kurz an, lasse den Puls ruhiger werden. Die Kälte beißt angenehm in die Wangen und sobald ich stehenbleibe, spüre ich, wie der Schweiß am Rücken abkühlt. Ich ziehe die Jacke etwas enger, trinke einen Schluck, dann setze ich den Weg entlang des Grates zum Gipfel fort.

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Mit jedem Blick in die Weite wächst eine leise Dankbarkeit, hier oben sein zu dürfen.
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Meine Glieder sind gegen Ende spürbar schwer, doch das atemberaubende Panorama entschädigt für jeden Höhenmeter.

Zwischen Wind und Weite

Ich bleibe beim Kreuz stehen und lege die Hand an das kalte, vom Wind gezeichnete Holz. Es ist kein bewusstes Innehalten, eher ein instinktiver Griff nach etwas Festem inmitten dieser Weite. Der Sturm reißt an mir, drückt gegen den Körper, pfeift um das Kreuz und lässt mich automatisch fester stehen. Und dann öffnet sich der Blick.

Vor mir liegen die Hohen Tauern in all ihrer Wucht. Weiße Riesen erheben sich ringsum, monumental und klar, Gipfel an Gipfel, scheinbar endlos. Jeder einzelne steht für sich und doch wirken sie gemeinsam wie eine geschlossene Front aus Schnee und Fels. Die Grate sind messerscharf gezeichnet, die Flanken tief verschneit, viele Gipfel tragen mächtige Windhüte, geformt vom unaufhörlichen Sturm. Der Schnee liegt nicht ruhig, er lebt, ist aufgeweht, gepresst, wieder gelöst, als hätte der Wind selbst Hand angelegt an dieser Landschaft.

Tief unter mir öffnet sich das Raurisertal, weit und ruhig, während sich auf der anderen Seite das Gasteinertal verliert. Die Bockhartseen liegen unsichtbar unter einer dicken Schneedecke, nur ihre Formen verraten noch, dass hier im Sommer Wasser liegt. In der Ferne zeichnen sich die Anlagen von Sportgastein ab, Lifte und Pisten wie feine Linien in dieser riesigen Kulisse. Sie wirken klein, fast verloren, ein stiller Hinweis darauf, wie groß und ursprünglich diese Bergwelt hier oben noch ist.

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Während des Aufstiegs liegen Ritterkopf, Hocharn und Sonnblick ständig im Rücken – eine Kulisse, die landschaftlich kaum zu übertreffen ist.

Wo Gedanken verstummen

Mein Blick bleibt am Hohen Sonnblick hängen. Er thront über allem, präsent und unverrückbar, ein Orientierungspunkt in dieser wilden Landschaft. Um ihn herum reihen sich weitere Dreitausender, weiß, scharf, mächtig. Je länger ich schaue, desto mehr Details treten hervor. Schattierungen im Schnee, dunkle Felsrippen, sanfte Mulden und steile Flanken. Die Dimensionen verschieben sich, verlieren ihre Maßstäbe.

Der Wind wird noch stärker. Er schlägt mir sturmartig ins Gesicht, treibt mir die Haare an die Lippen, lässt die Jacke flattern und zwingt mich, den Kopf leicht zu senken. Die Kälte kriecht durch jede kleine Öffnung und doch ist da dieses klare, wache Gefühl, das nur Höhenluft und Sturm gemeinsam erzeugen können. Jeder Atemzug ist scharf, kalt, belebend.

Und trotzdem kommt mein Körper langsam zur Ruhe. Eben noch im gleichmäßigen Marsch, voller Konzentration und Anspannung, finde ich hier oben einen seltsamen Frieden. Ich stehe zwischen Himmel und Tälern, mitten in den Hohen Tauern, umgeben von einer Landschaft, die so groß ist, dass sie alles andere für einen Moment verschwinden lässt. Kein Gedanke drängt sich auf, kein Wunsch nach mehr. Nur dieser Augenblick, dieser Sturm, diese weißen Berge. Und ich, genau hier.

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Allein in dieser Landschaft wächst eine tiefe Ehrfurcht vor der Kraft und Beständigkeit der Berge.
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Am Gipfel öffnet sich der Blick tief hinunter zu den Bockhartseen, dahinter der Kolmkarspitz. Ringsum zeigen sich Schareck, Sonnblick, Goldzechkopf, Hocharn, Ritterkopf und der Großglockner.

Freiwerden mit jedem Schwung

Der Sturm lässt mir kaum Zeit für ein langes Verweilen. Ich trete einen Schritt zurück vom Kreuz, ziehe die Handschuhe fester, kontrolliere noch einmal alles ganz bewusst. Ein paar tiefe Atemzüge, dann drehe ich die Skier talwärts.
Der erste Schwung ist zögerlich, tastend. Der Hang ist steil, der Schnee hart gepresst, vom Wind gezeichnet. Die Kanten greifen sauber, dieses vertraute, beruhigende Gefühl stellt sich ein. Ich lasse die Skier laufen, nicht schnell, sondern kontrolliert, konzentriert. Jeder Schwung will gesetzt sein.

Mit jedem Höhenmeter nach unten verändert sich etwas. Der Wind verliert langsam an Kraft, die Anspannung lässt nach. Dort, wo ich im Aufstieg jeden Schritt abgewogen habe, darf ich jetzt fließen. Die Linien, die ich mir beim Hinaufgehen schon vorgestellt habe, werden Wirklichkeit. Der Schnee ist wechselhaft: oben kompakt und hart, weiter unten griffig, stellenweise sogar überraschend weich. Ich passe meinen Rhythmus an, lasse mich ein auf das, was der Hang mir gibt.

Im Bereich der Baukarlscharte fahre ich bewusst defensiv. Der lawinengefährdete Hang oberhalb des Oberen Bockhartsees verlangt Respekt – auch bergab. Ich quere ruhig, ohne Hast, halte Abstand, beobachte den Schnee, höre auf jedes kleine Geräusch. Alles bleibt stabil. Ein tiefes Durchatmen. Dann öffnet sich das Gelände wieder. Weite Hänge, Platz für große Schwünge. Jetzt kommt dieses Gefühl, das man nicht planen kann: Freiheit. Die Oberschenkel brennen erneut, diesmal vom Abfedern, vom Arbeiten – aber es ist ein gutes Brennen. Ich lache kurz in mich hinein, einfach weil es sich so richtig anfühlt. Jeder Schwung trägt mich weiter hinunter, hinein in diese stille, weiße Welt.

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Im Winter wirken die Berge für mich fast noch imposanter, wenn sie ihr weißes Schneekleid tragen und nur stellenweise die rauen Felsen durchblitzen.

Spuren im Weiß

Im Filzenkar wird die Landschaft sanfter. Die Berge treten ein Stück zurück, die Formen werden runder. Ich gleite durch das weite Kar, die Spur verliert sich und für ein paar Minuten bin ich wieder ganz allein. Nur das leise Rauschen des Schnees unter den Skiern, mein Atem, mein Körper in Bewegung. Kein Ziel mehr, kein Müssen – nur noch Sein. Unten bei den Almen fahre ich langsamer. Die Hütten liegen still unter ihren Schneekappen, als hätten sie den Winter einfach akzeptiert. Ich lasse die Skier ausrollen, genieße die letzten Meter durch den lichten Wald des „Rauriser Urwalds“. Das Licht ist weicher geworden, wärmer. Die Geräusche kehren langsam zurück: ein Vogel, ein leises Knacken im Wald, das gleichmäßige Gleiten der Skier.

Als ich schließlich im Tal stehe, die Skier neben mir im Schnee, ist da dieses leise Nachhallen. Nicht laut, nicht überwältigend – eher wie ein tiefer Atemzug, der noch lange im Körper bleibt. Der Silberpfennig hat nichts versprochen und nichts geschönt. Er war fordernd, windgezeichnet, ernst. Und genau deshalb ehrlich. Vielleicht ist es genau das, was mich an solchen Tagen so tief berührt: Dass oben, im Sturm und in der Weite, alles Überflüssige wegfällt. Keine Rolle, kein Anspruch, kein Vergleich. Nur Bewegung, Konzentration – und das Gefühl, für ein paar Stunden ganz bei mir zu sein.

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Noch einmal gleitet mein Blick über die weiten Bergketten.

Fazit zur Tour: Der Silberpfennig ist ein klassischer und sehr vielseitiger Skitourenberg in der Goldberggruppe. Er verbindet einen abwechslungsreichen Anstieg mit hochalpinem Charakter, ohne die technischen Anforderungen einer Hochtour zu erreichen. Gerade dadurch eignet sich die Tour für erfahrene Skitourengeher:innen, die eine anspruchsvolle, aber gut einschätzbare Unternehmung suchen. Der Berg kann von mehreren Seiten bestiegen werden. Der gängigste Ausgangspunkt im Winter ist der Parkplatz Lenzanger, der je nach Schneelage meist ab März erreichbar ist, sobald die Mautstraße nach Kolm Saigurn geöffnet wird. Von hier aus beträgt der Anstieg rund 1.050 Höhenmeter.

Im Hochwinter ist die Straße häufig noch gesperrt. In diesem Fall startet die Tour beim Bodenhaus an der Mautstelle, wo ein Parkplatz vorhanden ist. Der Zustieg verlängert sich dadurch um etwa 300 zusätzliche Höhenmeter sowie eine entsprechend längere Strecke. Für Gäste der Unterkunftshäuser in Kolm Saigurn (z. B. Naturfreundehaus oder Ammererhof) bietet der Silberpfennig ein vergleichsweise ruhiges Tourenziel, da der Zustieg vom Rauriser Tal im Hochwinter weniger frequentiert ist. Unabhängig vom Startpunkt überzeugt die Tour bei guter Sicht mit einer außergewöhnlichen Aussicht auf Sonnblick und Hocharn, hinüber zum Ankogel sowie nach Norden bis zum Hochkönig.

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