Ein schrilles Pfeifen durchschneidet die klare Bergluft – und kündigt sie an: die rote Dampf-Zahnradbahn, die sich ächzend den steilen Hang des Schafbergs hinaufarbeitet. Die Lok stößt dampfend ihre weißen Schwaden in den Himmel, unter ihr beben die eisernen Schienen, während dumpfe Geräusche von der Ferne herüberrollen. Aus den hölzernen Fenstern lehnen neugierige Gesichter, ein kurzer Blickkontakt – dann verschwinden die Waggons polternd in der Kurve.
Dieses eindrucksvolle Schauspiel ist nur der Auftakt zu einer Tour, die mehr verspricht als bloß einen Gipfel. Inmitten schroffer Felsflanken, weiter Panoramen und stiller Bergseen erwarten mich nicht nur spektakuläre Ausblicke, sondern auch stille Momente, schmale Steige – und dieses tiefe, fast schwer erklärbare Gefühl von Verbundenheit mit der Natur. In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf die schönsten Routen hinauf zum Schafberg – zu verborgenen Pfaden, einzigartigen Aussichtspunkten und all dem, was diesen Berg für mich so besonders macht.
Inhaltsverzeichnis
Ein Hauch Geschichte – Hoch hinaus seit Jahrhunderten
Die Faszination für den Schafberg reicht weit zurück: Schon Anfang des 19. Jahrhunderts galt der markante Gipfel als Sehnsuchtsort für Adelige und wohlhabende Bürger. Damals ließen sich feine Damen und Herren aus Wien oder St. Wolfgang von sogenannten „Sesselträgern“ in tragbaren Sesseln hinauf auf den Berg befördern – eine beschwerliche, aber ehrenvolle Aufgabe, für die es sogar eine eigene Berufsvereinigung gab.
1862 wurde auf der markanten Felskante das Hotel Schafbergspitze eröffnet – das erste und heute älteste Berghotel Österreichs. Erbauer Wolfgang Grömmer wusste um die Anziehungskraft des Ortes und schuf mit dem Gasthaus einen Aussichtspunkt für illustre Gäste, lange bevor Massentourismus existierte.
Noch beeindruckender: Seit 1893 schnauft sich die Schafbergbahn auf den Gipfel – mit einer Steigung von bis zu 26 Prozent ist sie bis heute die steilste Zahnradbahn Österreichs. Die nostalgischen Dampfloks aus den Jahren 1893 und 1894 sind noch immer im Einsatz, ergänzt durch moderne Varianten aus den 1990ern sowie dieselelektrische Loks. In rund 35 Minuten überwindet der Zug 1.190 Höhenmeter – ein Erlebnis, das Technikbegeisterte wie Naturliebhaber gleichermaßen fasziniert.
Und auch für Bergsteiger hat der Schafberg einen großen Namen: Der markante Purtschellersteig ist benannt nach Ludwig Purtscheller, einem der bedeutendsten Alpinisten seiner Zeit und Erstbesteiger des Kilimandscharo. Wer ihn begeht, folgt also nicht nur einem alpinen Pfad, sondern wandelt auf den Spuren eines Stücks Alpingeschichte.
Auf vertrauten Pfaden – und neuen Spuren
Vorsichtig setze ich einen Schritt vor den anderen, während ich die steinernen Stufen des Purtschellersteigs emporsteige. Der Regen der Nacht hat feine Spuren hinterlassen, die Felsen glänzen feucht, das Stahlseil gibt mir sicheren Halt. Über glatte, felsdurchsetzte Platten führt der Weg steil nach oben – durch die karge Südflanke des Schafbergs, direkt dem Gipfel entgegen. Jeder Tritt will überlegt sein und doch fühlt sich alles vertraut an. Es ist, als hätte ich erst gestern die ehrwürdige Himmelspforte durchschritten. Heute wirkt der Steig etwas fordernder als damals – vielleicht, weil ich mehr Acht gebe, vielleicht auch, weil ich den Augenblick bewusster wahrnehme. Doch das Ziehen in den Waden, das Kribbeln in den Fußsohlen und das Gefühl des Aufbruchs sind geblieben. Ich bin wieder hier – mit all der Vorfreude, die dieser Berg in mir weckt.
| Berg | Schafberg 1782 Meter St. Wolfgang, Oberösterreich und Salzburg |
| Wandern | Schwierigkeit: mittel Dauer: 6 bis 7 Stunden Länge: 14 bis 18 Kilometer Aufstieg/Abstieg: 1200 bis 1500 Höhenmeter – je nach Variante Höhenprofil & Karte (über Auerriesenweg & Purtschellersteig) Höhenprofil & Karte (über Vormaueralm & Himmelspforte) Höhenprofil & Karte (Schafberg ab Winkl) |
| Hütte | Schutzhütte Himmelspforte Hotel Schafbergspitze |
| Anfahrt | Vormaueralm: Wenn du über die Vormaueralm aufsteigen möchtest, bietet sich der Parkplatz 2a nahe der Wolfgangsee-Tourismusinformation an. Ganz in der Nähe befindet sich außerdem der größere Parkplatz 3, falls Parkplatz 2a belegt ist. Zum Google Maps Routenplaner (Parkplatz 2a) Zum Google Maps Routenplaner (Parkplatz 3) Auerriesenweg (Normalweg ab St. Wolfgang): Für den klassischen Aufstieg über den Auerriesenweg kannst du entweder Parkplatz 7 oder Parkplatz 8 direkt bei der Talstation der Schafbergbahn nutzen. Zum Google Maps Routenplaner Schafberg ab Winkl (Mondsee): Gebührenpflichtiger Parkplatz in Winkl Zum Google Maps Routenplaner |
Felsgeflüster und tiefer Blick
Ich trete vorsichtig an den Rand des steil abfallenden Abgrunds und staune. Der Wind greift sanft nach meiner Jacke und für einen Herzschlag lang ist alles still. Vor mir öffnet sich eine Tiefe, die fast den Atem raubt. Senkrechte, glattpolierte Kalkwände stürzen Hunderte Meter in die Tiefe, als hätte ein riesiger Schnitt das Massiv durchtrennt. Einige Abschnitte hängen sogar leicht über, bedrohlich und faszinierend zugleich. Es ist, als würde die Schwerkraft hier ihren ganz eigenen Tanz aufführen. Hoch über dem Abgrund ziehen Dohlen in weiten, eleganten Spiralen ihre Kreise. Schwarz gegen das milchige Grau des Himmels, ihre Schreie kurz, hart und doch irgendwie passend zur Stille. Meine Augen wandern hinüber zum Nebengipfel. Dort ragt sie empor: die „Spinnerin“. Eine Felsspitze, außergewöhnlich geformt, mit senkrechten Rinnen und schroffen Kanten. Ihre Silhouette erinnert an eine Figur aus einer anderen Welt. Bizarr, fast skulptural. Ich kann mich kaum losreißen.


Unterhalb, verborgen in der Tiefe und nur stellenweise zwischen Felskanten sichtbar, liegt der Suissensee. Eingebettet zwischen den schroffen Wänden der Nordseite ruht er wie ein dunkles Auge in der Landschaft. Das Wasser ist tiefgrün, fast schwarz, unbewegt. Kein Wind kräuselt die Oberfläche, kein Laut stört die Stille. Es ist, als würde der See das Schweigen der umliegenden Felsen in sich aufnehmen und speichern. Eine stille Präsenz – geheimnisvoll, unnahbar. Er liegt dort wie ein Rätsel, das sich nicht aufdrängt und sich zugleich nicht lösen lässt.
Die Hänge des Berges breiten sich still vor mir aus. In der Ferne erkenne ich kleine, kaum sichtbare Punkte: Wanderer, die sich ihren Weg nach oben bahnen. Gleichmäßig bewegen sie sich über die steilen Flanken, als folgten sie einem inneren Takt. Wie Ameisen ziehen sie ihre Linien durch das Gelände, jeder für sich, konzentriert und leise, und doch verbunden durch dasselbe Ziel. Ich bleibe kurz stehen, betrachte das Bild – und erkenne mich selbst in dieser stillen Bewegung. Auch ich bin ein Teil davon. Teil dieses gleichmäßigen, fast andächtigen Zuges, der sich über Wurzeln, Felsen und Pfade schiebt. Getragen von einer inneren Sehnsucht: nach Weite, nach Klarheit, nach dem einen Erlebnis ganz oben. Auf dem Dach dieses besonderen Berges.

Gipfelbühne mit Weitblick
Am Gipfel breitet sich das Panorama aus wie ein überdimensionales Gemälde: Mondsee, Attersee, Wolfgangsee, Fuschlsee, Traunsee – eine Szenerie aus Wasser, Licht und Tiefe. Auch die kleineren Seen tauchen in meinem Blickfeld auf: Irrsee, Hintersee, Schwarzensee, Wallersee, Krottensee. Wie kostbare Glasaugen liegen sie eingebettet in der Landschaft. Ringsum erheben sich markante Berggestalten – die Drachenwand, der Untersberg, der Hochkalter, der Hohe Göll, das Steinerne Meer, der Gosaukamm, der Watzmann, das Tennengebirge, das Höllengebirge und das Tote Gebirge. Und über allem: der Hohe Dachstein. Fern, kühl, majestätisch. Ich atme tief ein – und das Gefühl, genau hier zu sein, genau jetzt, ist einfach richtig.


Doch auch dieser Ort bleibt vom Trubel nicht verschont. An der Bergstation trifft soeben ein neuer Zug ein. Mit einem sanften Ruck kommt die Lokomotive zum Stehen. Der Zugbegleiter springt aus dem Führerstand, Vierkantschlüssel in der Hand, und öffnet routiniert die Abteiltüren. Nach fünfunddreißig Minuten Fahrt können es die Passagiere kaum erwarten, auszusteigen – hinaus ins Licht, hinaus auf den Gipfel, den sie vielleicht schon von Postkarten oder Kindheitserinnerungen kennen. Rund um das Hotel Schafbergspitze, das wie festgeklammert an der felsigen Oberkante der Nordwand klebt, herrscht geschäftiges Treiben. Es wuselt, es klickt, es lacht. Menschen aus aller Welt sind hier, vereint in ihrer Sehnsucht nach Aussicht, nach Freiheit, nach einer Gelegenheit zum Innehalten. Ich bleibe noch einen Augenblick stehen, beobachte das Treiben und spüre in mir ein stilles Glück. Ein Gefühl von Ankommen. Und vielleicht auch ein kleines bisschen Stolz darauf, den Weg hierher aus eigener Kraft gegangen zu sein.




Viele Wege führen auf den Schafberg
Der Schafberg lässt sich auf mehreren Routen erklimmen – und jede von ihnen erzählt ihre eigene kleine Geschichte. Wer auf das Auto verzichtet, startet die Tour meist in St. Wolfgang. Von dort gelangt man wahlweise über die Vormaueralm (Weg Nr. 26) oder den Auerriesenweg (Weg Nr. 25) zum Mönichsee – einem malerisch gelegenen, dunkelgrün schimmernden Bergsee, der eingebettet zwischen Schafberg und Vormauer liegt. Hier trennen sich die Wege: Rechts führt der Steig über die Himmelspforte zum Gipfel, links beginnt der anspruchsvollere Purtschellersteig. Beide Routen verlangen Trittsicherheit, belohnen jedoch mit großartigen Eindrücken. Für den Abstieg eignet sich ideal der sogenannte Normalweg – eine gemütlichere Variante, die die Runde abrundet.

Himmelspforten-Steig
Mit einem letzten, kräftigen Schritt ziehe ich mich am Drahtseil nach oben und schlüpfe durch die enge Felslücke. Plötzlich ist alles heller. Der Wind ändert sich, die Luft wirkt leichter, weiter, als hätte ich ein geheimes Tor durchschritten. Vor mir breitet sich die Südseite des Schafbergs aus, der Gipfel liegt zum Greifen nah. Hinter mir bleiben die Schatten, das Steile, das Wilde. Vor mir liegen Licht, Weite und ein fast überirdisches Gefühl von Freiheit. Doch dieser Moment will verdient sein. Der Himmelspforten-Steig gehört zu den eindrucksvollsten, aber auch fordernderen Routen auf den Schafberg. Ich starte in St. Wolfgang, vorbei an der Vormaueralm, wo sich die ersten Ausblicke auf den Wolfgangsee öffnen. Das Wasser liegt glitzernd und weit unter mir. Der Weg steigt stetig an, mal auf weichem Waldboden, mal über wurzelige Abschnitte, bis ich schließlich am dunklen, fast mystisch wirkenden Mönichsee stehe. Ich verweile kurz. Die Stille liegt schwer auf der Wasseroberfläche, als würde sie jedes Geräusch schlucken.

Von hier an wird der Steig alpiner. Ich quere unterhalb des Törlspitz, die Landschaft öffnet sich in alle Richtungen. Der Pfad führt durch lichter werdende Wälder, über weiche Matten und vorbei an knorrigen Latschen. Die Szenerie wirkt wie gemalt. Doch schon bald rückt der Fels in den Vordergrund. Je näher ich dem Gipfel komme, desto schmaler, ausgesetzter und steiler wird der Weg. Mein Puls ist spürbar, meine Schritte sind bewusst. Ich muss die Hände einsetzen, um über größere Felsstufen zu gelangen. Manchmal ist es ein Tritt auf nassem Gestein, dann wieder ein kurzes Innehalten, weil der Blick zurück atemberaubend ist – im wörtlichsten Sinn. Der Schweiß auf der Stirn, das Brennen in den Waden, die zunehmende Stille erzählen davon, dass der Moment nicht geschenkt ist.

Dann liegt sie vor mir: die Himmelspforte. Eingeschnitten in den grauen Fels, schmal, rau, fast unscheinbar und doch voller Bedeutung. Ich fasse das Drahtseil, ziehe mich hoch, trete hindurch und bin plötzlich auf der anderen Seite. Die Luft ist heller, die Sonne wärmer, der Blick weit. Es ist ein Moment, der sich tief einprägt. Nicht nur, weil die Aussicht nun frei bis zum Horizont reicht, sondern weil dieser Übergang etwas in mir berührt. Als hätte ich unterwegs etwas hinter mir gelassen – Schwere, Zweifel, Lärm – und stattdessen Stille, Weite und das Wissen mitgenommen, dass ich es aus eigener Kraft geschafft habe. Die letzten Meter zum Gipfel gehe ich langsam. Nicht, weil ich müde bin, sondern weil ich diesen Moment auskosten will. Schritt für Schritt, voller Dankbarkeit.
Hinweis: Für diese Route solltest du trittsicher und schwindelfrei sein – der Steig zur Himmelspforte verläuft stellenweise über ausgesetztes Gelände und erfordert Konzentration.



Purtschellersteig
Der anspruchsvollste Teil liegt direkt vor mir: Eine steile Abfolge grober, unregelmäßiger Felsstufen zieht sich über mehrere Meter die Wand hinauf. Das Gelände ist ausgesetzt, rechts geht es tief hinunter, links türmen sich die grauen Wände der Südflanke. Ich greife zum Stahlseil, das durchgehend verankert ist, spüre das kalte Metall in der Hand. Mit konzentrierten, kraftvollen Schritten arbeite ich mich nach oben – über glatte, leicht abschüssige Platten, die präzises Steigen verlangen. Der Fels ist stellenweise feucht, der Tritt klein. Ich balanciere, verlagere mein Gewicht mit Bedacht, manchmal hilft nur ein beherzter Zug am Seil. Mein Herz schlägt schneller, aber nicht vor Angst – es ist die klare Wachheit, die mich durchströmt. Mein ganzer Körper ist präsent.
Noch vor dieser Passage beginnt der Purtschellersteig vergleichsweise sanft. Am Mönichsee zweige ich nach links ab, der Pfad führt zunächst durch feuchten Wald. Moos bedeckt die Steine, der Boden ist weich, das Licht gefiltert. Ich schreite in ruhigem Rhythmus dahin, bis der Wald sich lichtet. Plötzlich steht sie vor mir: die Wand. Eine steile, helle Flanke mit einem schmalen dunklen Band. Kaum zu erkennen, doch genau dort verläuft der Steig. Ich trete an den Einstieg. Die ersten Meter verlaufen über feste Stufen und flache Felsplatten, noch wenig ausgesetzt, aber bereits deutlich steiler. Das Drahtseil gibt Halt. Mit zunehmender Höhe wird die Umgebung spektakulärer. Tief unten leuchtet der Wolfgangsee, blau und ruhig, während sich über mir der Fels auftürmt. Ich folge dem Verlauf des Steigs quer durch die Wand, vorbei an windzerzausten Latschen und abgerundeten Kanten, bis die Passage erreicht ist, die dem Namen Purtscheller alle Ehre macht. Wild, fordernd, aber nie unfair.
Nach der Schlüsselstelle wird der Steig sanfter. Die Felsen weichen weiten Wiesen, der Blick öffnet sich, das Gelände wird weit. Ich überquere die Gleise der Zahnradbahn – ein letzter symbolischer Schritt. Dann stehe ich auf dem Rücken des Schafbergs, das Gipfelkreuz nur noch wenige Minuten entfernt. Ich bleibe kurz stehen, drehe mich um und spüre ein stilles Staunen. Über das, was war. Und über das, was jetzt vor mir liegt.
Hinweis: Der Purtschellersteig ist deutlich anspruchsvoller als der Weg über die Himmelspforte und wird entsprechend seltener begangen. Es handelt sich um einen leichten Klettersteig (Kategorie A) mit ausgesetzten Passagen. Nur für erfahrene und trittsichere Bergsteiger geeignet – bei Nässe besonders heikel.

Normalweg von St. Wolfgang
Ich entscheide mich für den klassischen Weg ab St. Wolfgang, eine Route, die viele wählen und die trotzdem nichts von ihrem Reiz verliert. Der Einstieg beginnt direkt bei der Talstation der Schafbergbahn. Schon nach wenigen Minuten bin ich umgeben vom kühlen Schatten des Waldes. Der Weg schlängelt sich gemächlich bergauf, begleitet vom leisen Knarzen des Kieses unter meinen Schuhen. Hin und wieder dringt das rhythmische Schnaufen der Dampflok an mein Ohr, die neben mir langsam an Höhe gewinnt. Nach einer Weile öffnet sich das Gelände. Die ersten Almhütten werden sichtbar und auf der Schafbergalm weitet sich der Blick endlich. Sanfte Wiesen, weidende Schafe und in der Ferne das leuchtende Blau des Wolfgangsees prägen die Szenerie. Hier oben liegen die Steinstufen der alten Kaiserzeit wie ein Band in der Landschaft, beinahe majestätisch. Ich stelle mir vor, wie einst adlige Damen mit Schirmen und langen Kleidern hier aufstiegen, begleitet vom eleganten Takt vergangener Zeiten. Und ich freue mich darüber, dass ich den Gipfel heute aus eigener Kraft erreiche. Der Weg ist technisch leicht, aber konditionell durchaus fordernd. Genau richtig für alle, die den Schafberg entspannt, aber dennoch sportlich erleben möchten.


Normalweg von Winkl bei Mondsee
Die Variante von Winkl bei Mondsee beginnt ruhig, fast unscheinbar. Oberhalb des Ortes stelle ich mein Auto ab, ein letzter Blick auf den glitzernden Mondsee – dann tauche ich in den Wald ein. Anfangs führt ein breiter Forstweg stetig bergauf, begleitet vom Rascheln der Blätter und dem eigenen Atem. Bald wird der Weg schmaler, wurzeliger, der Wald dichter. Es ist eine Route, bei der man schnell in einen gleichmäßigen Rhythmus findet. Schritt für Schritt nähere ich mich dem Berg, in der Stille, ganz bei mir. Ab und zu öffnet sich der Blick zurück. Dann liegt er da, türkisfarben und ruhig: der Mondsee, tief unten im Tal. Ich halte kurz inne, trinke einen Schluck und lasse den Ausblick auf mich wirken. Der Anstieg ist konditionell fordernd, aber genau das macht seinen Reiz aus. Kaum Menschen begegnen mir auf dem Weg. Ich genieße das Alleinsein, das gleichmäßige Vorankommen, ohne Hektik, ohne Trubel.
Etwas oberhalb beginnt der steilere Abschnitt. Der Pfad windet sich nun in engeren Kehren durch den Wald, steinige Stufen verlangen mehr Einsatz. Ich spüre, wie die Beine schwerer werden, wie der Körper arbeitet. Es ist ein kraftvoller, ehrlicher Aufstieg. Und dann öffnet sich die Landschaft plötzlich – ich erreiche die Schafbergalm. Ab hier bin ich wieder auf der „klassischen“ Route unterwegs. Der weitere Weg verläuft über die breiten Steinstufen des historischen Normalwegs, die über Almwiesen in Richtung Gipfel führen. Immer wieder öffnet sich der Blick zum Wolfgangsee, und das leise Rattern der Zahnradbahn begleitet mich ein Stück. Je höher ich komme, desto weiter wird die Sicht. Der Gipfel ist nun zum Greifen nah. Und als ich schließlich das Kreuz vor mir sehe, durchströmt mich ein stilles Glück. Es war ein weiter Weg – einer, der in die Tiefe führte, bevor er in die Höhe führte. Und genau das macht ihn so besonders.



Hallo Simone,
wunderschöne Bilder und ein toller Bericht über den St. Wolfgang und den Schafberg.
Ich glaube, da sollte ich diesen Sommer unbedingt auch mal wieder hin.
Ganz liebe Grüße
Sabine
von http://www.moosbrugger-climbing.com
Liebe Sabine!
Ich habe mich sehr über dein Kommentar gefreut. Der Ausblick vom Schafberg ist wirklich atemberaubend schön, selbst wenn man ihn schon mal gesehen hat, man kann sich einfach gar nicht daran satt sehen. Habe natürlich gleich bei dir vorbeigeschaut, sehr schöne Website, da werd ich mir sicherlich den ein oder anderen Tipp holen 🙂
Alles Liebe,
Simone
Klar doch, dass ich mich hier auch zu Wort melde 😉. Wird für mich immer ein unvergessliches Erlebnis bleiben, Unsere erste Vater / Tochter Bergbesteigung. Mittlerweile bin ich leider nicht mehr in der Lage dir physisch zu folgen. Aber durch deinen Blog bin ich immer „live dabei“ 😊🥰