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Perle der Kykladen: meine Reisetipps für Santorini

Weiß getünchte Häuser strahlen mit meerblauen, gigantischen Kuppeln um die Wette. Die traditionellen Häuschen klammern sich an den steilen Kraterrand. An den Stränden brechen die Wellen am schwarzen und roten Lavakies. Santorini – das Archipel im Süden der Kykladen symbolisiert mit seiner Steilküste und den weiß-blauen Städten den perfekten Sehnsuchtsort. Streifzüge durch verwinkelte, steile Gassen und ein grandioser Ausblick auf den mit Wasser gefüllten Vulkankrater, die „Caldera“, machen den besonderen Charme des Inselarchipels aus. Trotz der heißen Sommermonate sorgt der Meltémi-Wind stets für eine erfrischende Brise. Es ist ein Ort, der in all seinen Facetten vom vernichtenden Vulkanausbruch zeugt, welcher die ursprüngliche Insel zerriss und zu dem machte, was sie heute ist: ein weltweites Unikat.

Wissenswertes

Santorini im Überblick

Santorini gehört zu den griechischen Inseln, genauer gesagt zur Inselgruppe der Kykladen. Die sichelförmige Form der Insel ist auf mehrere Vulkanausbrüche zurückzuführen. Diese hatten zur Folge, dass der Meeresboden so weit absank, dass heute nur mehr der Kraterrand 300 Meter in die Höhe ragt. Der Krater selbst liegt unter Wasser. Die Hauptstadt Santorinis ist Firá mit etwa 1800 Einwohnern. Insgesamt leben rund 15 550 Menschen (Stand 2011) auf Santorini. Die Amtssprache ist Griechisch. Santorini umfasst die bewohnten Inseln Santorini und Thirasia sowie die unbewohnten Inseln Nea Kameni, Palaia Kameni, Aspronisi und Christiana.

Die Besiedelung Santorinis auf der Halbinsel Akroíri an der Südküste des heutigen Thirassía beginnt etwa 3000 bis 2000 vor Christus mit der Kykladenkultur. Auf der Nachbarinsel Kreta entwickelt sich die minoische Kultur, sodass die ersten Vertreter dieser Hochkultur etwa 2000 bis 1630 vor Christus auf Santorini landen. Der Ort Akrotíri entsteht und wird zu einer der bedeutendsten prähistorischen Stätten der Ägäis. 1645 vor Christus kommt es zu einem verheerenden Vulkanausbruch, der die bronzezeitlichen Siedlungen unter einer dicken Asche- und Bimssteinschicht begräbt. 

Um 1200 vor Christus erfolgt eine erneute Besiedlung der Insel durch die Phönizier. Ihnen folgen die Dorer und die Ptolemäer. Im 2. Jahrhundert vor Christus wird Santorini römische Provinz. Die Eroberung Konstantinopels infolge des Vierten Kreuzzuges führt zur Aufteilung des Byzantinischen Reiches und zur Herrschaft Venedigs über Santorini. 1543 erobern die Türken Konstantinopel, wodurch große Teile Griechenlands dem Osmanischen Reich zugehörig werden. Zwischen 1821 und 1830 kommt es zum Freiheitskampf gegen die Osmanen und zur Gründung eines griechischen Staates. Von 1941 bis 1944 besetzen deutsche, italienische und bulgarische Truppen Griechenland.

Nur wenige Jahre später beginnt der Griechische Bürgerkrieg zwischen der konservativen griechischen Regierung, gestützt durch Großbritannien und die USA, und der kommunistischen Widerstandsbewegung. Am 7. Juli 1956 wird Santorini von einem schweren Erdbeben erschüttert, was eine große Auswanderungswelle auslöst. Von 1967 bis 1974 regiert unter dem Diktator Geórgios Papadópoulos eine Militärjunta das Land. Nach deren Sturz wird die Monarchie abgeschafft und die Republik ausgerufen. 1981 tritt Griechenland der EU bei, seit 2001 ist der Euro Landeswährung. Im Jahr 2010 erlebt Griechenland die größte Wirtschafts- und Finanzkrise seit Kriegsende. Der Staatsbankrott kann nur durch Rettungspakete der EU abgewandt werden. Für die Bürgerinnen und Bürger folgen harte Sparmaßnahmen.

Die beste Reisezeit

Die beliebteste Reisezeit für Strandurlaube auf Santorini ist der Zeitraum von Juni bis September. Die Saison beginnt allerdings schon im April und dauert bis Oktober. Im Frühling beginnt Santorini zu erblühen, zum Baden ist das Meer allerdings noch recht frisch. Wenn du einen Aktivurlaub oder eine Erkundungstour auf Santorini planst, solltest du die heißen Sommermonate meiden und lieber auf den Frühling oder Herbst ausweichen. Am wärmsten ist es auf Santorini im Juli und August. Ein aus dem Norden kommender Wind, der Meltémi, macht die heißen Tage an den Küsten erträglich. Im Hochsommer scheint die Insel jedoch aus allen Nähten zu platzen und überall tummeln sich unzählige Menschen. Wenn du Ruhe suchst, solltest du deshalb auf die Vor- oder Nachsaison abseits der Schulferien ausweichen.

Anreise und Transport vor Ort

Auf Santorini gibt es einen internationalen Flughafen, den Santorini Airport. Er liegt im Südosten der Kykladeninsel, nahe der Küste bei Monolithos und Kamári, etwa fünf Kilometer vom Hauptort Firá entfernt. Viele Touristen gelangen auch über Kreuzfahrtschiffe oder Ausflugsboote auf die Insel.

Das Linienbusnetz auf Santorini ist sehr gut ausgebaut, sodass man auch ohne Auto gut von A nach B kommt. Der Hauptbusbahnhof befindet sich am zentralen Platz in Firá (Zum Google Maps Routenplaner). Von dort ist das Busnetz sternförmig organisiert, weshalb man häufig in Firá umsteigen muss. Grundsätzlich gibt es Busverbindungen zu allen wichtigen Orten auf der Insel sowie zum Flughafen. Wo der Bus genau hält, erfragst du am besten bei deiner Unterkunft. Bustickets können im Bus gegen Barzahlung gekauft werden. Da die Busse vor allem in der Hauptsaison häufig überfüllt sind, empfiehlt es sich, frühzeitig an der Busstation zu sein. Auf der Website findest du alle Informationen zu den aktuellen Fahrtzeiten und Preisen.

Eine weitere Möglichkeit zur Fortbewegung auf Santorini ist ein Mietauto. Damit ist man noch ein wenig flexibler und kann die Insel beispielsweise im Rahmen einer Rundfahrt erkunden. Da Santorini recht klein ist und wie erwähnt auch über ein gutes Busnetz verfügt, würde ich ein Mietauto nur für bestimmte Tage leihen. Die Straßen auf Santorini sind im Großen und Ganzen gut in Schuss. In den Touristenzentren herrscht in der Hochsaison ein starkes Verkehrsaufkommen. Zudem würde ich empfehlen, ein kleines Auto zu mieten, das sich besser für die engen Straßen der Dörfer eignet.

Selbstverständlich gibt es auf Santorini auch Taxis. Üblicherweise findest du Taxistände auch dort, wo es die Touristen hinzieht. Selbstverständlich kannst du dir ein Taxi auch vorab reservieren.

Wie viel Zeit sollte man für Santorini einplanen?

Ich würde dir mindestens eine Woche empfehlen, um sowohl am Strand entspannen als auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besichtigen zu können. Santorini ist zwar nicht allzu groß, bietet aber durchaus einige interessante Ausflugsziele.

Sehenswürdigkeiten

Die quirlige Hauptstadt Firá (Thira)

Ein geschäftiges Labyrinth aus schmalen Stufen und Gassen, Tavernen mit Aussichtsterrassen, Boutiquen, Läden, Cafés und Hotels mit kleinen Pools. Das ist die Hauptstadt Santorinis, Firá. Quadratische Häuser in Weiß und Gelb mischen sich unter himmelblaue Kirchenkuppeln und verschiedenartigste Glockentürme. Ein verspieltes Häusermeer unterschiedlichster Formen und Farben. Durch das Ensemble aus Kuppeln, Glockentürmen und Häusern winden sich verwinkelte Treppen und Aufgänge. Über den weißen Dächern, wo das tiefblaue Meer von den messerscharfen Klippen der Kraterwände eingekesselt wird, beginnt der Zauber von Santorini.

Zu den Hauptattraktionen in Firá zählt neben dem Prähistorischen Museum und dem Archäologischen Museum das Katholische Viertel. Dort befindet sich das Katharinenkloster der Dominikanerinnen sowie die kleine Kathedrale Ágios Ioánnis Baptistís. Ein weiteres Highlight ist der alte Hafen, zu dem die insgesamt 580 Stufen der sogenannten „Karavolades-Treppe“ hinab führen. Schneller und bequemer ist die Nutzung der Santorini Cable Car, einer Seilbahn, die den Kraterrand mit dem alten Hafen verbindet. Eine einfache Fahrt kostet 6 Euro. Darüber hinaus werden Eselritte angeboten, von denen ich dir aber aus Gründen des Tierschutzes unbedingt abraten würde.

Vor allem in der Hauptsaison herrscht in Firá ein emsiges Treiben. In den Straßen wimmelt es nur so von Menschen. Ich empfehle dir deshalb, möglichst früh in die Stadt zu kommen, um die Ruhe vor dem Sturm zu genießen. Wenn du mit dem Auto nach Firá fährst, kannst du dieses im tiefer gelegenen Teil der Stadt, noch vor der autofreien Zone, abstellen. Doch auch hier gilt: Je früher, desto größer ist die Chance auf einen freien Parkplatz.

Fira Santorin
Altstadt von Fira
Schneeweiß blitzen die Häuser von Firá vor dem dunklen Kraterrand, der 300 Meter hoch aufragt.
Blick auf die Caldera in Santorini
Von Firá hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Vulkaninseln, welche in der Caldera liegen.
Blick auf Fira Santorini
Firá ist heute die Hauptstadt der Insel und gleichzeitig Anlegestelle für zahlreiche Kreuzfahrtschiffe, welche Besucher aus aller Welt in die Stadt bringen.
Fira Santorini Olivenstrauch
In den Sommermonaten kann es auf Santorini sehr heiß werden. Einen Stadtbummel unternimmt man idealerweise am frühen Morgen oder abends, wenn die untergehende Sonne die Häuser in ein goldgelbes Licht taucht.

Ein Traum in Weiß-Blau: das Dorf Oía

Oía ist unbestritten das Juwel der Insel. Die noblen weißen und pastellfarbenen Höhlenhotels mit blumenumkränzter Veranda, die blau-weißen Kirchen und die hübsch restaurierten Windmühlen zieren sämtliche Postkarten und Sehnsuchtsbilder in den Köpfen der Touristen. Die blendend weiß gekalkten Kykladenhäuser scheinen kunstvoll aneinander zu kleben. Farbige Türen und Fensterläden sowie die prachtvollen, purpurvioletten Bougainvilleas ranken sich die Häuserwände empor.

Der Ort erstreckt sich in 70 bis 100 Metern Höhe fast zwei Kilometer entlang des Caldera-Randes. Wenn du in Oía ankommst, gehst du zunächst entlang der Hauptstraße mit den schicken Boutiquen, bis du schließlich das Zentrum der Stadt erreichst. Um die reizvollsten Ecken des kleinen Dorfes zu erkunden, streifst du treppauf und treppab durch die Gassen. Immer wieder wirst du dabei an tollen Aussichtspunkten, Kunstgalerien und -läden vorbeikommen.

Was heute wie die perfekte Inszenierung des Griechenland-Tourismus wirkt, war 1956 nur mehr ein Haufen Schutt und Asche. Innerhalb weniger Minuten verwandelte ein Erdbeben das ehemalige Wirtschaftszentrum in einen Trümmerhaufen. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war Oía ein Dreh- und Angelpunkt des Seehandels. Im Jahr 1890 lebten etwa 2500 Menschen im Dorf, es gab rund 130 Segelschiffe und eine Werft in der Bucht von Arméni. Nach dem Erdbeben verließen die meisten Einwohner das ehemalige Seefahrerdorf, welches in den darauffolgenden Jahren komplett neu aufgebaut wurde.

Es ist laut und voll. Menschen drängen sich in den Gassen auf der Suche nach dem besten Panoramablick. Mittendrin sitze ich auf dem kleinen Kastell Argyri und warte gespannt auf den Sonnenuntergang. Die Ruine des Kastells war während der venezianischen Herrschaft im Mittelalter Wohnsitz der adeligen Familie Argyri und dient heute als beliebter Aussichtspunkt. Es herrscht eine aufgeregte Stimmung. Die ersten Kameraauslöser klicken. Langsam senkt sich die Sonne über dem aufschäumenden Meer und dem kleinen Küstenort Oía. Die weißen, kubischen Häuser erstrahlen in einem orangeroten Licht. An der obersten Spitze der Kraterwand steht eine kleine Windmühle, die das Postkartenmotiv perfekt macht.

Für einen guten Platz am Kastell solltest du mindestens eine Stunde vor Sonnenaufgang vor Ort sein. Alternativ kann man vorab in einem der Restaurants reservieren oder den Sonnenaufgang vom anderen Ende der Stadt (siehe Map) genießen. Wenn du die malerischen Gassen von Oía fernab des Trubels erleben möchtest, ist der frühe Morgen die beste Tageszeit.

Santorini_Kuppel
Ein Besuch des Dorfes Oía ist ein absolutes Muss – selbst, wenn du nur ganz kurz auf der Insel weilst.
Oia Giebel Häuser
Sonnenuntergang Oia_3
Der Sonnenuntergang von Oía gehört zu einem der eindrucksvollsten der Kykladen, er ist besonders schön im westlichen Teil des Ortes.
Oia Sonnenuntergang Touristen
Pünktlich zum Sonnenuntergang, wenn die Menschen aus allen Inselorten nach Oía pilgern, sind die Straßen brechend voll.
Altstadt von Oia
Oia_Santorini
Malerisch entlang der steilen Klippen gelegen, an der Nordspitze Santorinis, schmiegt sich die Gemeinde Oía an das Ägäische Meer.
Oia Stadt
Blick auf Oia
Das ehemalige Seefahrerdorf steht heute für das perfekte Griechenland-Idyll.

Ausgrabungsstätte Akrotíri

Wenn du etwas über die frühe Geschichte Santorinis erfahren möchtest, rate ich dir zu einem Besuch der archäologischen Ausgrabungsstätte Akrotíri. Erst 1967 entdeckte der Archäologe Spyridon Marinatos die verborgene Stadt und begann mit den Ausgrabungen. Die minoische Siedlung wurde zwischen 1627 und 1600 vor Christus durch einen gigantischen Vulkanausbruch verschüttet und dabei durch eine meterdicke Schicht aus Asche und Bimsstein konserviert. Bei einem Rundgang durch die Ausgrabungen kannst du Überreste von mehrstöckigen Gebäudekomplexen sowie Amphoren und andere Keramikgefäße (Artefakte) entlang der längsten bisher freigelegten Straße besichtigen. Leider befinden sich die meisten der detailreichen, originalen Fresken mit Szenen und Motiven aus dem Leben der Menschen im Archäologischen Nationalmuseum in Athen. Einige der Fresken sind mittlerweile auch im Archäologischen Museum in Firá ausgestellt.

Die Häuser der damaligen Stadt waren zwei- oder dreistöckig und aus unbehauenen Tuffsteinen. Nachgewiesen werden konnte darüber hinaus ein fortschrittliches Entwässerungssystem. Die Stadt war durch Seefahrt und Handel geprägt. Ihre Bewohner betrieben verschiedene Handwerke. In den bislang freigelegten Häusern gab es Metallbetriebe, eine Töpferei, eine Traubenpresse und zwei Mühlen. Man schätzt, dass zwischen 2000 und 9000 Menschen in Akrotíri lebten. Sie hinterließen zahlreiche Werkzeuge, Figuren, Gefäße, Schmuck, Wertgegenstände und Tonscheiben, die zum Teil im Prähistorischen Museum in Firá besichtigt werden können. Eine andere interessante Tatsache ist, dass während der Ausgrabungen keine menschlichen Überreste gefunden wurden. Dies lässt darauf schließen, dass vor dem Ausbruch ein Erdbeben stattfand und die Menschen genug Zeit zur Flucht hatten.

Leider gibt es in Akrotíri nur wenige Infotafeln, diese wurden mittlerweile um Video-Infoscreens ergänzt. Audioguides oder persönliche Führungen werden vor Ort jedoch nicht angeboten. Auf der Website findest du alle Informationen zu den aktuellen Öffnungszeiten und Preisen. Ein kostenpflichtiger Parkplatz befindet sich unweit von der Ausgrabungsstätte (Zum Google Maps Routenplaner).

Ausgrabungen in Akrotiri
Derzeit ist nur ein Bruchteil der einstigen wesentlich größeren Stadtfläche freigelegt.

Feuer im Meer: Vulkantour mit heißen Quellen

Dampfschwaden aus Stickstoff und Schwefel steigen aus dem Vulkangestein empor. Ringsum eine karge, vegetationslose Landschaft aus schwarzen, braunen und roten Vulkanböden. Vorbei an riesigen Gesteinsbrocken erreichst du nach ca. 20 Minuten Fußmarsch den 127 Meter hohen Geórgios-Krater auf Néa Kaméni.

In der Hälfte des 17. Jahrhunderts vor Christus kam es auf Santorini zu einer gigantischen Vulkanexplosion. Zu dieser Zeit befand sich inmitten der Caldera der Vulkan Thera. Der Ausbruch zählt zu den stärksten der Erdgeschichte, sodass der Vulkan selbst und ein Drittel der damaligen Insel im Meer versank. Die vulkanischen Inseln Néa Kaméni (entstand vor allem 1707 bis 1711) und Paléa Kaméni (entstand 46 vor Christus) zeugen von der andauernden vulkanischen Aktivität und sind Folge der stetigen Lavaströme aus dem Vulkan unterhalb der Caldera. Im Laufe der Zeit „tauchten“ die Kaméni-Inseln schließlich aus dem Wasser empor. Doch keine Sorge – der letzte sanfte Ausbruch auf Néa Kaméni fand 1950 statt, seither ist der Vulkan inaktiv und wird stetig überwacht.

Wenn du die Vulkaninseln besuchen möchtest, kannst du überall auf der Insel einen Ausflug buchen. Üblicherweise stehen eine Gipfelwanderung auf Néa Kaméni, gefolgt von einem Bad in den 45° C heißen Quellen vor Paléa Kaméni sowie ein Aufenthalt auf der Nachbarinsel Thirassía auf dem Programm. Der Preis für einen Tagesausflug beträgt je nach Anbieter ca. 25 bis 45 Euro pro Person. Besonders interessant habe ich die Wanderung auf Néa Kaméni gefunden. Der Rest des Ausfluges hat mir ehrlich gesprochen weniger zugesagt. Zudem löst zur Hauptsaison ein Schiff das nächste ab, sowohl auf dem Vulkan als auch bei den Quellen waren meinem Empfinden nach einfach zu viele Besucher. Nichtsdestotrotz ist ein Einblick in die Entstehungsgeschichte der Insel und ihren vulkanischen Ursprung wirklich spannend.

Bei der Ankunft auf Néa Kaméni ist eine Zutrittsgebühr von 2 Euro zu entrichten.

Nea Kameni Vulkaninsel
Im Rahmen eines Tagesausfluges kannst du die unbewohnte Vulkaninsel Néa Kaméni, welche inmitten der Caldera liegt, erkunden. Die Lavainsel besteht genau genommen aus mehreren Kratern.
Nea Kameni Vulkan
Die Insel Néa Kaméni ist von einer kargen Vegetation geprägt, sie entstand durch vulkanische Aktivität unterhalb des Meeresspiegels.

Weitere Ausflugstipps

  • Malerische Dörfer: Das kleine Dorf Pýrgos kannst du schon von Weitem an der blauen Kuppel seiner Kirche und dem sechsfachen Glockenträger erkennen. Pýrgos liegt auf einem Hügel, sodass du einen herrlichen Panoramablick genießen kannst. Unter der türkischen Herrschaft war Pýrgos Hauptstadt der Insel Santorini. Darüber hinaus wurde hier schon zuvor von den Venezianer ein Kastell, eine Art Wehrburg, errichtet, um sich vor drohenden Piratenüberfällen zu schützen. Das zauberhafte Imerovígli ist der höchstgelegene Ort und wird wegen dieser grandiosen Aussicht auch „Balkon der Ägäis“ genannt. Vor dem Ort liegt der imposante und mächtige Skáros-Felsen. Der markante Felsklotz ragt direkt vor Imerovígli am Kraterrand auf.
  • Erlebe den traumhaften Sonnenuntergang am Leuchtturm (Fáros), welcher sich rund 5 Kilometer westlich von Aktrotíri befindet. Der Leuchtturm wurde im Jahr 1892 errichtet und zählt damit zu den ältesten Leuchttürmen in ganz Griechenland. Noch heute weist er Schiffen den Weg in die Caldera.
  • Weinverkostung: Weinbau hat in Griechenland eine lange Tradition. Eine Weinverkostung kannst du zum Beispiel bei Vassaltis Vineyards oder der größten Weinkellerei der Insel, der Santo Winery, buchen.
  • Wanderung entlang der Caldera: Ausblicke, die dir den Atem rauben. Ein Zauber, der die Zeit langsamer macht und die Eile aus dem Denken verbannt. Den Abgrund der Caldera immer im Augenwinkel. Die pittoresken, blütenweißen Häuser locken in der Ferne. Auf der zehn Kilometer weiten Wanderung von Firá nach Oía (Höhenprofil und Karte) bekommst du nochmal einen anderen Blick auf das Bühnenbild aus weiß getünchten Häusern, Kirchen und blauen Kuppeldächern am Rande des Vulkankraters. Insgesamt benötigst du etwa drei bis vier Stunden für den einfachen Weg. Es empfiehlt sich festes Schuhwerk. Zudem sollte etwas zu trinken mitgenommen werden, da man außerhalb der Ortschaften an keinen Tavernen oder Kiosken vorbeikommt. Da der Weg vorwiegend ohne Schatten verläuft, braucht man zudem guten Sonnenschutz.

Strände und Badebuchten

Kamári Beach

Der Ort Kamári erstreckt sich vom Berg Mésa Vounó im Süden fast bis zum Flughafen der Insel. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich an die Geräuschkulisse der herannahenden Luftschiffe, die über den Köpfen der verblüfften Badegäste zur Landung ansetzen. Denn in Kamári liegt der bekannteste Badestrand der Insel mit einem 1200 Meter langen, schwarz-grauen Kiesstrand. Badeschuhe sind jedenfalls empfehlenswert, ansonsten wird der Gang ins kühle Nass zu einem Tanz auf heißen Steinen. Kamári selbst entstand nach einem starken Erdbeben im Jahr 1956, als das Dorf Méssa Goniá fast vollständig zerstört wurde. Wenn du gerne flanierst, wird dich die Strandpromenade mit zahlreichen Restaurants, Läden, Supermärkten und Hotels begeistern.

Obwohl Kamári sehr touristisch ist, bekommt man von dem quirligen Treiben wenig mit. Wir haben die Ruhe am Meer sehr genossen. Nachdem du tagsüber Sonne getankt und an der Urlaubsbräune gefeilt hast, kannst du abends in einer der hervorragenden Tavernen entlang der Strandpromenade einkehren – inklusive Blick auf das aufschäumende Meer und den malerischen Sonnenuntergang.

Die Sonnenliegen (2 Liegen inkl. Schirm) kosten ca. 15 Euro pro Tag. Bei Konsumation in der Taverne entfällt die Leihgebühr üblicherweise.

Kamari Beach Strand
Idyllische Morgenstimmung am Strand von Kamári mit Blick auf den Berg Mésa Vounó
Kamari Sonnenaufgang
Malerischer Sonnenaufgang am Kamári Beach
Sonnenaufgang Santorini Meer
Früh am Morgen sind kaum Menschen am Strand und man kann den herrlichen Sonnenaufgang friedvoll genießen.
Kamari Beach am frühen Morgen
Die Strandliegen werden entweder vermietet oder man kann diese bei Konsumation in der dazugehörigen Taverne gratis nutzen. Da es ein großes Angebot gibt, herrscht kein Kampf um die besten Plätze und der Strand wirkt niemals überfüllt.
Kamari Beach
Noch bevor die Besucher an den Strand strömen, genießt der Fischer die ruhige See am Morgen.

Períssa

Die Strände Períssa, Perívolos und Ágios Geórgios gehören zum zweiten großen Urlaubszentrum auf Santorini und gehen ineinander über. Mit insgesamt 7 Kilometern bilden sie den längsten Strandabschnitt der Insel. Mithilfe eines Bootes gelangt man von Kamári nach Períssa, die beiden Orte sind nur durch den Berg Mésa Vounó voneinander getrennt. Allerdings sehen die beiden Strandabschnitte sehr ident aus, weshalb ich empfehlen würde, andere Strände der Insel aufzusuchen, wenn du etwas Abwechslung von Kámari oder Períssa suchst.

Kokkini Ammos / Red Beach

Eine tiefrote, kolossale Vulkansteinwand erhebt sich hinter dem 200 Meter langen, rötlich-schwarzen Strand. Das blau-türkis schimmernde Wasser ergibt einen schönen Kontrast zu dem rot leuchtenden, eisenhaltigen Vulkangestein. Vom Parkplatz erreichst du den Strand über einen Fußmarsch von ca. 15 Minuten. Da der Weg über Felsen und ausgesetztes Gelände führt, solltest du unbedingt festes Schuhwerk tragen (keine Flip-Flops oder Sandalen). In der Hochsaison ist der Red Beach leider sehr überfüllt – am besten kommst du sehr früh am Morgen, abends oder zur Nebensaison hierher.

Zudem ist der Strand steinschlaggefährdet, weshalb er 2013 aufgrund eines Erdrutsches sogar einige Tage gesperrt wurde. Weiterhin lösen sich seither kleinere und größere Gesteinsbrocken aus der Wand, die sich kurz hinter dem Strandbereich ablagern. Aufgrund dessen gibt es mittlerweile keinen Verleih von Strandliegen mehr, lediglich abseits der mächtigen Steilwand vermietet ein Betreiber ein paar Sonnenliegen. Getränke und Snacks können ebenfalls vor Ort gekauft werden. Zur Sicherheit haben wir unser Badetuch nicht unterhalb der roten Wand platziert, sondern am Ende des Strandes außerhalb einer möglichen Gefahrenzone.

Von der Ausgrabungsstätte Akrotíri und der dortigen Bushaltestelle ist der Parkplatz des Red Beach ca. 10 bis 15 Minuten Fußweg entfernt. Man kann natürlich auch direkt mit dem Auto anreisen. Einige wenige Parkplätze gibt es vor dem Felsweg zum Strand (Zum Google Maps Routenplaner)

Der Red Beach ist der vielleicht bekannteste Strand auf Santorini. Die kraftvollen roten Farbtöne der Felswand stehen im starken Kontrast zu dem schillernden Türkis des Meerwassers.

Áspri Paralía / White Beach

Direkt vom Red Beach aus kann man alle 30 Minuten mit einem Boot zum benachbarten „weißen Strand“ fahren.

Vlicháda Beach

Der 800 Meter lange Lava-Strand liegt im Süden von Santorini und wird von einer imposanten, bizarren Bimssteinwand umrahmt. Angeblich ist der Vlicháda-Beach noch ein Geheimtipp. Leider habe ich es selbst noch nicht geschafft, den Strand zu besuchen und mir selbst ein Bild davon zu machen.

Aktivitäten auf Santorini (Kartenansicht)

Entdecke alle Ausflugstipps übersichtlich in der Kartenansicht. Mitels Zoom kannst du Sehenswürdigkeiten in Firá und Aussichtspunkte in Oía im Detail erkunden.

Essen und Trinken

Neben den griechischen Klassikern wie Souvláki-Spieße, Feta und Gyros zählt „Fava“ zu den typisch regionalen Köstlichkeiten Santorinis. Dabei handelt es sich um ein gelbfarbenes Püree aus der dort heimischen Platterbse, das als Vorspeise serviert wird. Eine weitere regionale Spezialität ist Tomatokeftédes, das sind Hackfleischbällchen in Tomatensauce. Zu einem Urlaub auf Santorini gehört darüber hinaus der beliebte Tzatzíki sowie Dolmadákia – mit Reis, Zwiebeln und Gewürzen gefüllte Weinblätter. Die regionaltypisch würzige, rosafarbene Creme aus Fischrogen nennt sich Taramosaláta. Wer gerne süß isst, sollte unbedingt Baklava probieren, die mit viel Honig, Nüssen und Blätterteig zubereitet werden. Selbstverständlich gibt es auf den Speisekarten in Santorini auch immer viel frischen und leckeren Fisch sowie Meeresfrüchte. 

Essen und Trinken auf Santorini:

Alismari Tavern, Kamári (Griechisch)
Sea Side, Kamári (Griechisch)
Vassilikos Restaurant, Kamári (Griechisch)
Fino Cocktail Bar and Restaurant, Oía (Griechisch)
Melenio Café, Oía (Café)
Melitini, Oía (Griechisch)
Thalami Restaurant, Oía (Griechisch)
Pelekanos, Oía (Griechisch)
Skala Restaurant, Oía (Griechisch)
Argo Restaurant, Firá (Griechisch)
Meraki, Firá (Griechisch)
Parea Tavern, Firá (Griechisch)
Salt & Pepper, Firá (Griechisch)

Santorini_Fischgericht
Auf der Speisekarte stehen leckere griechische Gerichte und toller frischer Fisch.

Hoteltipp für Santorini

Während unserem Aufenthalt auf Santorini habe ich sowohl im Badeort Kamári als auch in Oía genächtigt.

Diskouri Art Villas (Kamári)

Das 3-Sterne-Hotel Diskouri Art Villas liegt unweit der Strandpromenade von Kamári. Unsere Unterkunft war ein Dreibettzimmer, in dem wir sogar eine kleine Küchenzeile hatten. Das Zimmer war zu unserer Überraschung sehr geräumig und wir hatten zu dritt ausreichend Platz. Darüber hinaus gab es einen kleinen Balkon – sehr praktisch, um Badesachen zu trocknen. Das Apartment war sehr sauber und das Personal überaus freundlich. Sogar die Handtücher wurden täglich (obwohl wir dies nicht gewünscht hatten) gewechselt. Das Frühstück war einfach, aber in Ordnung. Das Hotel verfügt zudem über einen netten Außenpool, welchen wir allerdings nicht genutzt haben, da der Strand nur fünf Gehminuten entfernt liegt. Gleich gegenüber vom Hotel befindet sich ein gut ausgestatteter Minimarkt, wo wir regelmäßig eingekauft haben.

Olympic Villas (Oía)

Die Höhlenwohnung wurde bereits als frühe Bauform auf Santorini nachgewiesen. Zahlreiche Unterkünfte bieten demzufolge Zimmer bzw. Apartments im Höhlenstil an. Auch wir haben unseren Aufenthalt in Oia in einem solchen Höhlen-Apartment verbracht, nämlich im 3-Sterne-Hotel Olympic Villas. Die Temperatur im Inneren des Zimmers war angenehm kühl, wenn auch die Belüftung weniger gut ist als bei normalen Zimmern. Es war jedenfalls ein Erlebnis der besonderen Art, das ich absolut empfehlen kann. Das Zimmer war sauber und der Blick auf die Caldera atemberaubend. Ein Frühstück war nicht im Preis inkludiert und haben wir auch nicht in Anspruch genommen. Im Gegensatz dazu haben wir den Pool ausreichend getestet, welcher ebenfalls einen Traumblick auf den Kraterrand bietet. Das Hotel liegt rund 15 Minuten Fußweg vom geschäftigen Zentrum Oías entfernt und war eine preiswerte Alternative zu den teuren Hotelanlagen in Oía.

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