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Myrafälle & Steinwandklamm: im Rausche des Wassers

Es ist die Sehnsucht nach einem Ausgleich zum hektischen Stadtleben, das viele Menschen aus Wien und Umgebung hinaus nach Niederösterreich pilgern lässt. Am Fuße des Unterbergs in den Gutensteiner Alpen entspringt der Myrabach. Unweit davon liegt das 500-Seelen-Örtchen Muggendorf friedlich in die Bergwelt eingebettet. Ein Platz, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, wo man schon mal länger nach einem Bankomaten suchen muss. Und trotzdem eine kleine Attraktion – der Natur sei Dank.

Klammwandern nur 1 Stunde von Wien entfernt

Tosendes Wasser, ein angenehm kühles Klima und mit weichen Moosen bedeckte Felsbrocken. Der rauschende Myrabach bahnt sich seinen Weg entlang der engen Felsschlucht zwischen Hausstein und Hirschwände 520 Meter hinab ins Tal und verwandelt sich dabei in ein ungestümes Gewässer – besser bekannt als: die Myra-Wasserfälle. Sie sind eines der beliebtesten Ausflugsziele rund um Wien, entsprechend viel Andrang herrscht bei Schönwetter am Ticketschalter.

BergMyrafälle
Muggendorf, Niederösterreich
WandernMyrafälle (ohne Steinwandklamm)
Schwierigkeit: leicht
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten
Länge: 2,3 Kilometer
Aufstieg/Abstieg: 200 Höhenmeter

Steinwandklamm Rundwanderung
Schwierigkeit: leicht
Dauer: 1,5 Stunden
Länge: 2,7 Kilometer
Aufstieg/Abstieg: 200 Höhenmeter
Höhenprofil & Karte

Kombitour Steinwandklamm & Myrafälle
Schwierigkeit: leicht
Dauer: 4 Stunden
Länge: 13,5 Kilometer
Aufstieg/Abstieg: 500 Höhenmeter
Höhenprofil & Karte
HütteGasthaus Myra-Stubn
Gasthof Karnerwirt
Gasthaus Jagasitz
AnfahrtParkplatz bei den Myrafällen
Zum Google Maps Routenplaner

Parkplatz bei der Jausenstation Reischer (Steinwandklamm Rundwanderung)
Zum Google Maps Routenplaner
Myrafälle
Der Bach „Myra“ entspringt am Fuße des Unterbergs aus der sagenumwobenen Myralucke, einer Quelle, die vom Grundwasser des Unterbergs gespeist wird. Obwohl die Myra nur wenige Kilometer lang ist, betrieb sie früher viele Mühlen und Sägewerke im Myratal
.

Die Wasserwelt der Myrafälle

Meine liebe Freundin und ich besuchen die Myrafälle an einem ungewöhnlich heißen Apriltag. Schon am Vormittag scheint die Sonne erbarmungslos auf uns herab, unser Auto verbleibt am Parkplatz in bester Gesellschaft zahlreicher anderer PKWs der anreisenden Besucher. An der Kassa lösen wir ein Tagesticket um 5 Euro und ziehen sogleich los, um die Wasserfälle über zahlreiche hoch frequentierte Treppen und Geländer hinweg zu erkunden. Stufe um Stufe und vorbei an kleinen, aber auch größere Wasserfällen bestaunen wir das Naturschauspiel.

Bereits 1885 wurde der Wanderweg durch die Klamm errichtet (1801 tritt sogar Kaiser Franz II höchstpersönlich die Reise mit Maria Theresia hierher an, um eine entspannte Auszeit in der Natur zu genießen). Entlang des Rundwegs halten wir immer wieder an, um das kristallklare, sprudelnde Wasser und die bizarren Felsen in ein paar Fotos festzuhalten. Inzwischen entscheiden wir uns für jene Wegvariante, die uns über einen Abstecher zum Hausstein wieder zum Eingang der Klamm zurückführt (beim Wegweiser biegt ihr hierfür links ab).

Myrafälle wandern
Kristallklar und eisig kalt ist das Wasser des Myrabaches – die kurze Abkühlung ist eine wahre Wohltat für die Füße.

Mittagsjause am Hausstein

Schon von weitem sichtbar ragt der 664 Meter hohe Hausstein majestätisch aus dem umliegenden Wald empor. Nach Durchqueren der Klamm folgen wir dem Wegweiser in Richtung „Blickplatz Hausstein“. In nur 10 Minuten gelangen wir auf das Wahrzeichen Muggendorfs, das schon den Kelten Zuflucht vor den Römern bot. Heutzutage geht es am Gipfel gemächlicher zu, wir genießen hier oben unsere wohlverdiente Mittagsjause unter schattenspendenden Bäumen. Was für eine Aussicht. Unser Blick schweift auf die umliegenden Gipfel der Rax-Schneeberg-Gruppe und Gutensteiner Alpen, welche sich vor uns erstrecken. Wie ein König sticht der Schneeberg hervor, der seinem Namen alle Ehre macht und selbst im April noch mit Schnee bedeckt ist.

Myrafälle Hausstein
Unser Rastplätzchen hoch oben am Hausstein
Ausblick auf den Schneeberg
Vom Hausstein hat man einen malerischen Blick auf den Schneeberg, den höchsten Gipfel Niederösterreichs.
Hausstein
Wir genießen unsere Mittagsjause bei traumhaftem Wetter mit Blick auf den Schneeberg und die umliegenden Gutensteiner Alpen.
Hausstein Blick
Ein kühles Lüftchen weht uns am Hausstein entgegen, an einem warmen Sommertag ein perfektes Plätzchen zum Verweilen.

Abschlusstour durch die Steinwandklamm

Auf der Suche nach ein bisschen Abenteuer beschließen wir spontan, auch der Steinwandklamm einen Besuch abzustatten. Deshalb fahren wir mit dem Auto in den Orth Furth und parken in der Nähe der Jausenstation Reischer.

Alternativ könnte man auch von den Myrafällen weiter zur Steinwandklamm wandern, was ca. 4,5 bis 5 Stunden dauert. Nach Durchqueren der Myräfälle und kurzem Stopp beim Hausstein (ca. 1,5 Stunden) spaziert man hierfür zunächst zum Gasthof Karnerwirt. Von dort ist es nur mehr 1 Stunde, bis das Gasthaus Jagasitz bereits in Sichtweite ist. Entlang der gelb markierten Route geht es durch ein gemütliches Waldstück bergab zum Eingang der Steinwandklamm. Dort angelangt, führt nach einigen Gehminuten die rote Route über den Klettersteig. Wem dies zu schwierig ist, der folgt einfach weiter der blauen Route. Für die Rundwanderung durch die Steinwandklamm sollte man ca. 1,5 Stunden einplanen. Der Rückweg führt schlussendlich vom Gasthof Jagasitz zurück in Richtung Pernitz.

Kletterspaß am Rudolf-Decker-Steig

Wir wählen aus Zeitgründen die 20-minütige Anfahrt mit dem Auto von Muggendorf nach Furth und entscheiden uns für die Rundwanderung über den Rudolf-Decker-Klettersteig (Kategorie A/B, alle Infos findet ihr hier). Eine Übersicht über sämtliche Wanderrouten in der Steinwandklamm gibt es zudem unter diesem Link.

Beim Eingang der Klamm wechseln wir erstaunte Blicke. Anstatt brausender Wasserfälle nur ein leises Plätschern. Denn aufgrund des Karstgebietes sind die Wasserfälle leider nur im Frühjahr nach der Schneeschmelze und im Sommer nach ergiebigen Regenfällen zu sehen. Das Glück ist heute nicht auf unserer Seite. Dennoch, die leichte Kletterei über zahlreiche Leitern und durch die Höhle beim „Türkenloch“ ist eine perfekte Ergänzung zu den Myrafällen. Am Ende des Tages sind wir endlich ausgepowert, die Waden brennen und wir treten zufrieden den Heimweg Richtung Wien an.

Mein Tipp: Besucht die Myrafälle am besten unter der Woche oder früh morgens bzw. spät abends. Dann ist sicherlich mit weniger Gegenverkehr auf den Treppen zu rechnen. Wer sich etwas mehr verausgaben möchte, dem empfehle ich zusätzlich die Tour durch die Steinwandklamm.

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