Auf der Alm da gibt’s koa Sünd! – sündenfrei auf der Tauplitzalm

Bei Urlaub in Österreich ist es wettertechnisch immer ein Lotteriespiel. Dank 16-Tage-Wetterprognose erlebt man schon Wochen vorher den täglichen Adrenalin-Kick und hofft, dass man nicht spontan eine Wochenkarte für die Therme buchen oder jeden Tag im Kaffeehaus sitzen muss. Deshalb habe ich in den letzten Jahren auch nie wirklich Sommerurlaub in Österreich verbraucht – ich wollte dann doch lieber eine Schönwettergarantie. Doch heuer entschied ich mich anders und buchte einen Urlaub im Salzkammergut.

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung!

Gerade das Gebiet um Bad Aussee ist ein richtiger „Wetterwinkel“, ein Hochrisikogebiet sozusagen, wenn es um ungetrübte Urlaubsfreuden geht. Regen steht in manchen Sommermonaten dort regelrecht an der Tagesordnung. Wir hatten jedoch das Glück, nach wochenlangem Regenguss eine beinahe regenfreie Woche zu erhaschen, in der wir nur einmal richtig mieses Wetter (Therme Hallo!) und einen etwas neblig betrübten Tag hatten. An letzterem entschieden wir uns deshalb gegen einen Gipfelaufstieg und unternahmen stattdessen eine sanfte Wanderung auf der Tauplitzalm (eine weitere Tourbeschreibung findet ihr hier).

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Mit dem Sessellift auf die Tauplitzalm

Die Tauplitzalm liegt im steirischen Salzkammergut inmitten des Toten Gebirges auf 1650 Metern Seehöhe und ist das größte Seenhochplateau Mitteleuropas.

Anreise: Vom Ort Tauplitz aus fährt man mit der 4er-Sesselbahn auf das schöne, blumenreiche Hochplateau mit den sechs Seen (Adresse: Tauplitz 71, 8982 Tauplitz). Alternativ kann man auch über die Mautstraße von Bad Mitterndorf auf die Alm gelangen. Wir entschieden uns für den Sessellift und hatten dabei viel Spaß.

Der Berggipfel-icon
Tauplitzalm
1650 Meter
Steiermark, Tauplitz
Wanderschuh Icon.jpgDie Tour
6-Seen-Wanderung, ca. 5 h
leichte Wanderung
familienfreundlich
am Hochplateau (ebene Fläche)
ca. 14 km
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Gamsblick-Klettersteig (C)

Das Wandern ist des Müllers Lust

Nebelig und trüb ist es an jenem Tag im August. Die Sonne will sich partout nicht zeigen. Uns ist allen ziemlich frostig zu Mute, Motivation will nicht so recht aufkommen. Aber wie sagt man so schön: „Nur die Harten kommen in den Garten!“ Und wenn man schon im Urlaub ist, will man die Zeit selbstverständlich nutzen. 

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Endlich auf der Alm angelangt, wandern wir sogleich in Richtung Osten los. Vorbei am Naturfreundehaus kommt man auf einer Straße bereits nach kurzer Zeit zum Tauplitzsee (der See ist wirklich winzig und hat mich jetzt nicht wirklich beeindruckt). Als Stadtkind war ich von etwas anderem ganz begeistert, nämlich den vielen Kühen, welche dort zwischen den Hütten gemütlich grasen. An dieser Stelle muss ich wohl meine Kuh-Leidenschaft gestehen. Warum auch immer finde ich sie einfach toll und irrsinnig putzig. Zu meiner Enttäuschung wollten sie sich aber nicht streicheln lassen – nur, wenn ihnen danach ist (ein bisschen so, wie bei den Männern 😉 )

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Wandern auf den saftigen Wiesen der Tauplitzalm

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Kühe sind manchmal richtig lustig

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Schließlich konnte ich doch noch Freundschaft schließen.

Die zwei Perlen der Tauplitzalm: Steirersee & Schwarzensee

Die Tour erstreckt sich weiter auf einem gut beschilderten Wanderweg in Richtung Steirersee (mit dem Aussichtspunkt „Steirerseebankl“) bis hin zum Schwarzensee. Die Wegstrecke ist traumhaft schön, man geht beinahe ohne Steigung (und daher mit wenig Anstrengung) durch blumengesäumte Bergwiesen, vorbei an den idyllischen Seen mit Blick auf die umliegenden Berghänge von Grimming, Sturzhahn, Traweng und Almkogel. Aufgrund der leicht nebligen Wetterlage waren die Bedingungen an diesem Tag nicht ganz optimal. Bei Sonnenschein muss die Landschaft noch umwerfender sein. Beim Anblick des Steirersees und des Schwarzensees verschlägt es mir die Sprache. Vor allem der Steirersee (der größte See auf der Alm) hat eine beeindruckende helltürkis-dunkelgrüne Farbe, die in der Sonne glitzert. Aber auch der Schwarzensee ist ein wahres Kleinod und hat mich begeistert.

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Blick auf den Steirersee, welcher an diesem Tag in Nebel gehüllt ist

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Am sogenannten „Steirerseebankl“ lässt sich die malerische Aussicht genießen.

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Kitschig ist noch untertrieben – der  Steirersee beeindruckt mit einem wunderschönen Farbspiel.

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Mein Fazit zur Tauplitzalm

Wenn man von der Seilbahn in Richtung Westen wandert, gelangt man noch zum Krallersee, zum Großsee und zum Märchensee. Die Tour dauert in Summe ca. 5 Stunden, wobei man etwa 14 km zurücklegt. An jenem Tag, als wir auf der Tauplitzalm zu Besuch waren, hat es nach etwa 4 Stunden leider stark zu regnen begonnen, weshalb wir nicht mehr in Richtung Westen weitergegangen sind. Zudem zogen immer mehr Nebelfelder auf, sodass man ohnehin kaum etwas gesehen hätte. 

Das einzige, das ich an dieser Wandertour nicht empfehlen kann, ist das Essen im Naturfreundehaus. Ich liebe Germknödel und beim Rückweg war ich voller Vorfreude darauf. Leider war das Essen dann eher enttäuschend. Den meisten von uns hat es nicht geschmeckt. Erfreulicherweise ist die Auswahl an Hütten auf der Tauplitzalm aber sehr groß.

Alle Einkehrmöglichkeiten im Überblick:

Ansonsten hat sich der Ausflug wirklich gelohnt und gerade für Wander-Anfänger oder Personen, die nicht so viel Kondition haben, sowie Familien mit Kindern ist die Wanderung auf der Tauplitzalm ideal (für Kletterfreunde gibt es sogar einen Klettersteig auf den Traweng (1981 m) – alle Infos dazu hier). Also Wanderschuhe anziehen und los geht’s auf die Alm!

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On our way …

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Wandern schafft gemeinsame Erinnerungen

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Der mystische Schwarzensee war die letzte Station an diesem Tag.

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Yoga am Schwarzensee

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Irgendwann ist auch die schönste Wanderung vorbei – auf geht’s zurück

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