Today i don’t feel like doing anything – eine Woche auf Pulau Redang

Nach 10 Tagen Hardcore-Sightseeing und 20km Gewaltmärschen durch diverse Städte hat es uns schließlich auf die Insel verschlagen – genauer gesagt nach Pulau Redang, eine ostmalaiische Insel im ostchinesischen Meer.

Auf Pulau Redang dominieren große Hotelanlagen – wer auf dieser Insel ein Zimmer bucht, bezahlt ähnliche Preise wie für ein Vier-Sterne-Hotel am Mittelmeer. Wir wollten uns hier mal ein bisschen Luxus gönnen, nachdem wir alle anderen Nächte in sehr günstigen Unterkünften verbracht hatten. Wer einfache und preiswerte Bungalow-Anlagen sucht, wird auf den benachbarten Perhentian Islands fündig. Die Perhentians sind mittlerweile unter Backpackern sehr beliebt, daher aber auch weniger einsam.

Dieser Weg wird kein leichter sein

Die Anreise auf unsere Trauminsel hat uns einige Schweißperlen gekostet. Insgesamt waren wir 10 Stunden von West- nach Ostmalaysia unterwegs (zu Land, zu Wasser und in der Luft). Der nächstgelegene Flughafen befindet sich in der Stadt Kuala Terengganu (zum ersten Mal wusste ich bis zum Check-in nicht, wie die Stadt, in die ich einen Flug gebucht hatte, eigentlich heißt), von dort fährt man noch ca. 45 Minuten mit dem Taxi zum Hafen und anschließend steht noch eine Bootsfahrt am Programm. Die öffentliche Fähre ist zwar deutlich langsamer (ca. 1,5 Stunden Fahrtzeit), man spart aber wirklich viel Geld, das man später in Massagen, gutes Essen oder jede Menge fruchtige Cocktails investieren kann.
Wir hatten leider Pech und sind erst so spät am Hafen angelangt, dass wir nur mehr mit dem privaten Speedboot anreisen konnten. Wenn ich Speedboot höre, schrillen bei mir sofort die Alarmglocken. Hätte ich eine Hass-Liste, würden Speedboot-Fahrten mit Sicherheit einen Platz auf den vordersten Rängen einnehmen. Doch so schlimm wie ich es in Erinnerung hatte, war es nicht. Es war sogar noch schlimmer. Wir hatten in unserer Woche extrem hohen Wellengang. So hoch, dass leider auch keine Ausflüge auf benachbarte Inseln möglich waren (ideale Bedingungen zum Surfen, nur leider hatten wir keine Surfurlaub gebucht). Wir waren sozusagen im Paradies gefangen. Aber gut, es gibt schlimmere Orte an denen man eine Woche festsitzt und anders als  Tom Hanks in „Cast Away“ mussten wir auch nicht ums Überleben kämpfen (dem üppigen Hotel-Buffet sei Dank) oder irgendwann aus lauter Verzweiflung mit einem alten Volleyball sprechen. Jedenfalls habe ich alle meine Sünden auf dieser Bootsfahrt abgebüßt. Nicht nur, dass das Boot extrem gewackelt hat, es ist auch ständig mit großer Wucht auf das Wasser aufgeprallt. All das war extrem unangenehm und ich hatte ständig Angst, schlussendlich wie auf der Titanic zu kentern. Eine Stunde ging das Martyrium – inklusive leicht verstörter Blicke unseres Kapitäns, als wir uns am Boot festgekrallt haben, als hätte unser letztes Stündlein geschlagen. Und ich habe vor Abfahrt mit dem Boot noch sarkastische Scherze über die Schwimmwesten gerissen. 

Ein Stückchen Garten Eden 

Dann war es endlich geschafft und wir haben eine wunderschöne Woche auf der Insel im The Taaras Beach & Spa Resort verbracht. Zumindest hat sich das Leiden am Boot gelohnt. Die Zimmer haben uns gut gefallen, der Service im Restaurant weniger (hätten wir uns hingesetzt, gegessen und wären gegangen – keiner hätte es gemerkt). Leider blieb mir auch der Geschmack so manchen Gerichts verwehrt, der Koch hatte jedenfalls ein Händchen für die kleine rote Schote („authentisch asiatisch gewürzte Küche“ könnte man im Menü anführen, aber nichts für europäische Gaumen). Wenn man nicht gerade bei den Chili-lastigen Gerichten zugeschlagen hat, war das Essen aber wirklich sehr lecker und auch gar nicht teuer. Nachdem wir den Hotelmanager auf die schlechte Bedienung im Restaurant hingewiesen hatten, hat dieser auch sofort reagiert. Zudem durften wir aufgrund dessen zwei Mal gratis am Nachspeisenbuffet naschen. Creme brûlée,  Mousse au chocolat und Tortenbuffet ließen sämtliche negative Vorkommnisse sehr schnell verblassen. Wir hatten jedenfalls das Gefühl, von da an unter besonderer Beobachtung des Oberkellners zu stehen (wahrscheinlich hing eine Kopie unseres Passfotos in der Hotelküche aus)

Der Strand des Hotels war für mich der Hauptgrund für die Buchung. Weißer Sand, türkises Meer – das Postkartenfeeling war perfekt. Wir haben eine Woche hauptsächlich gegessen, geschlafen und dann wieder gegessen und geschlafen. Daher ist dieser Beitrag auch deutlich kürzer als meine letzten. Wen es nicht stört, dass es keine Party, keine Unterhaltung, etc. gibt, der wird sich auf Redang pudelwohl fühlen. Dafür konnten wir vom Balkon aus Affen und Warane beobachten. Für das schlechte Gewissen nach einer Woche Daueressen und faul sein gibt es auch ein Fitnesscenter, in dem man sich seinem gutem Bauchgefühl wieder entgegenschwitzen kann. Nach einer Woche Entspannung pur waren wir auch wieder gewappnet für die Großstadt – Kuala Lumpur konnte kommen!

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On the poolside…

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Zur Mittagspause mit einem lecker Fruchtcocktail abkühlen

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Äffchen im Urwald gegenüber von unserem Hotelbalkon

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