Zwischen Dschungel und Teeplantagen – ein Tag in den Cameron Highlands

Nach drei hitzegeplagten Tagen in Singapur und einem kurzen Aufenthalt in Kuala Lumpur standen die Cameron Highlands auf unserer To-Do-Liste. Und damit auch unsere erste Fahrt mit einem malaiischen Bus. Die Fahrzeuge auf der Straße ließen bisher eher nostalgische Erinnerungen an die 90er Jahre aufkommen. Stark abbröckelnder Lack, jede Menge Rost sowie Automodelle und –marken, von denen ich noch nie etwas gehört habe.

Eine Busfahrt in Malaysia – raus aus der Komfortzone?

Für KFZ-Freunde ist es beinahe ein fahrendes Freilichtmuseum. Hier sieht man noch alles durch die Straßen brausen, was bei uns schon lange kein Pickerl mehr bekommen hätte. Die Sicherheitsfrage stellt man sich am Besten erst gar nicht, so lange es noch nicht auseinander fällt, ist es hier ein straßentaugliches Gefährt.

Unsere Erwartungen an die 4-stündige Busfahrt waren dementsprechend niedrig. Als wir schließlich in den Bus stiegen, war die Überraschung jedoch groß. Gut, seine 20 Dienstjahre hatte der Bus locker auf dem Buckel (die Stoffmusterung und ausgeblichenen Vorhänge haben ihn verraten), aber vor 20 Jahren musste man sich scheinbar noch nicht so eng neben den Sitznachbarn pressen, dass man ihm bei jeglichem Versuch, die eigenen Habseligkeiten aus der Tasche zu fischen, den Ellbogen in die Magengegend rammt. Somit nahmen wir Platz in unseren gemütlichen, extrem breiten Sesseln, in denen man schlafen konnte wie bei Oma am durchgewetzten Sofa. Wir haben uns gefühlt wie VIPs, beinahe wie in der Business Class von Emirates, für die wir beim Hinflug nur neidische Blicke übrig hatten. Und das alles für 7 Euro Fahrtkosten – nicht schlecht! 

Teezeit in den Cameron Highlands 

Gewohnt haben wir im Gerard’s Place, eine Hostel-Institution in dem Hauptort Tanah Rata. Das Hostel war wirklich genial. Man hat das Gefühl, vielmehr in einer WG als einem Hostel zu wohnen, da alles sehr familiär ist und die fast durchwegs deutschen Gäste stets für ein Pläuschchen zu haben sind. Jeder erzählt dort gerne von seinen Reiseabenteuern. Darüber hinaus ließen die Zimmer keine Wünsche offen – ein idealer Ausgangspunkt für unsere Tour durch die Highlands.

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Teeplantagen und Fabrik
Mossy Forest
Jungle Trail

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Teeplantagen der Cameron Highlands (die Pflanzen sind schon über 80 Jahre alt)

In festem Schuhwerk und bequemer Kleidung warteten wir am nächsten Morgen auf unseren Jeep. Wir hatten direkt im Hostel eine Halbtagestour zu den berühmten Teeplantagen mit anschließender Wanderung durch den Mossy Forest gebucht (Kostenpunkt ca. 11 Euro). Selbst wenn andere Backpacker über den überhöhten Preis gemeckert haben, kann ich dies keinesfalls nachvollziehen. Teilweise habe ich das Gefühl, dass einige Weltenbummler den Cent gleich viermal umdrehen. Dabei war die Tour wirklich lehrreich und interessant. Der Ausflug führt durch die atemberaubend schönen, hellgrünen Teefelder der Cameron Highlands nahe der Stadt Brinchang. Ich habe mir im Vorfeld Bilder auf Google angesehen, aber in Natura ist die Landschaft noch viel beeindruckender. Die Plantagen liegen auf ca. 1500 Meter Seehöhe. Der höchste Berg der Highlands ist der Gunung Brinchang mit einer Höhe von ca. 2000 Metern.
Wir stehen inmitten der sanften Hügeln der Teeplantagen und lauschen unserem Guide. Er erzählt uns, dass Schwarztee, Grüner Tee und Weißer Tee von ein und derselben Teepflanze abstammen. 
In den Cameron Highlands wird von der Firma BOH jedoch vorwiegend Schwarztee produziert und zu 90% in Malaysia verkauft, denn die Malaien schätzen ihren heimischen Tee.

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Die Teefelder schaffen eine sanfte, grüne Hügellandschaft, die zum Staunen einlädt. 

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Am frühen Morgen hängen noch leichte Nebelschwaden über den Highlands. 

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Die Blätter der Pflanzen duften herrlich nach Tee.

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So sieht ein Teebaum aus, wenn er nicht regelmäßig in Hüfthöhe geschnitten wird.

Eine Wanderung durch den Mossy Forest 

Wir hüpfen aus unserem Jeep und sind umgeben von einer faszinierenden Dschungelwelt. Ein dichter Teppich aus weichem Moos und anderen Pflanzen bedeckt die Äste der Bäume und Lianen, bunte Blüten setzen immer wieder Farbakzente. Der Mossy Forrest, ein Naturgebiet, welches bereits über 110 Millionen Jahre alt ist, hüllt sich bei unserer Ankunft in dichten Nebel. Wir fühlen eine mystische Stimmung an diesem einzigartigen Ort. Getreu seinem Namen ist der Mossy Forest durchwegs mit Moosen bedeckt, laut unserem Guide wie im Film Avatar – unser Aufbruch nach Pandora sozusagen. 45 Minuten dauert der Walk auf dem Holzweg durch den Mossy Forrest. Dabei habe ich mich im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Holzweg befunden. Meine Vorstellung vom Dschungelwalk war eine andere gewesen. Der Mossy Forrest steht unter Naturschutz, weshalb man ihn nur auf vordefinierten Touristenpfaden beschreiten darf. Hm, nicht ganz das Urwaldfeeling, welches wir erwartet hatten, wenn auch trotzdem sehr schön anzusehen und jedenfalls einen Besuch wert.

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Ein Spaziergang durch den Mossy Forest ist wie durch den Zauberwald zu schreiten.

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Dichte Moosgeflechte bewachsen die Äste der Bäume im Urwald. 

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Zwischen dem grünen Moosteppich blitzen bezaubernde Blüten hervor. 

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Die Dschungelpfade um Brinchang

In the jungle the lion sleeps tonight! Als wir zum Abschluss unserer gebuchten Tour noch die Tea Factory von BOH besichtigt hatten, stellten wir fest: „Wir brauchen noch richtiges Urwald-Feeling!“. Das hat nicht gereicht. Rund um die Stadt Brinchang gibt es unzählige Dschungelpfade. Da wir schon von der ersten Tour ein wenig erschöpft waren, haben wir uns für eine scheinbar kurze Tour entschieden. Um uns nochmals abzusichern, fragen wir bei einer netten chinesischen Frau nach, der wir in einem Tempel begegnen. Sie versichert uns, dass unser gewählter Pfad 2 „absolutely easy and not dangerous“ sei. Perfekt also für drei leicht erschöpfte Backpackerinnen. Leider weiß ich bis heute nicht, wo der Unterscheid zwischen Urwald, Dschungel und Regenwald liegt. Aber es war regnerisch, es stand „jungle“ auf dem Wegweiser und nach Urwald sah es auch aus. Jedenfalls war der Trip ziemlich fordernd. Eigentlich ist der Pfad nur 1 km lang (das wäre doch gelacht, wenn wir drei sportlichen Mädels das nicht schaffen). Challenge accepted! In Wahrheit benötigt man für den von uns gewählten Weg 1,5 bis 2 Stunden.

Dabei geht es über Stock und Stein (im Urwald bedeutet das eher entwurzelte Bäume, nasse Blätter und feuchter, rutschiger Humusboden). Immer tiefer dringen wir in den Urwald vor und lassen die Zivilisation hinter uns. Ich halte mich an herabhängenden Schlingpflanzen fest, um auf dem nassen Boden nicht den Halt zu verlieren (stets in der Hoffnung, Tarzan kommt im Lendenschurz mit der rettenden, ausgestreckten Hand angeschwungen). Umgestürzte Bäume und dichtes Unterholz machen die Wanderung zu einem wahren Abenteuererlebnis. Die schwüle Luft im Regenwald führt dazu, dass man viel schneller außer Atem ist, obwohl das Klima in den Highlands für subtropische Verhältnisse relativ kühl ist. An besonders steilen und unwegsamen Passagen ziehen wir uns gegenseitig hoch. Im dichten Gestrüpp raschelt es aus allen Himmelsrichtungen, jedoch bekommen wir kaum Tiere zu Gesicht.

Nach einiger Zeit steigt dennoch ein leises Gefühl von Panik in uns auf – „sind wir denn überhaupt noch auf dem richtigen Weg?“ Die Sorge, gar nicht mehr aus dem Dschungel herauszufinden und wie Mogli den Rest unseres Lebens im Urwald fristen zu müssen, war durchaus berechtigt. Nach über zwei Stunden im Dschungel haben wir es glücklicherweise doch wieder in die Zivilisation zurück geschafft und sind abends total erledigt in unsere Betten gefallen.

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Unterwegs im Dschungel von Malaysia – ein Abenteuer, das man gewagt haben sollte. 

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Bequeme Kleidung und festes Schuhwerk sind absolutes Muss für eine Dschungel-Tour. 

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Rauf und runter ging es durch den Dschungel.

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Die Wurzeln bahnen sich ihren Weg durch den feuchten Urwaldboden.

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Ohne gegenseitige Hilfe ist der Weg teilweise nicht zu bewältigen.

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Mein Fazit zu den Cameron Highlands

Die Cameron Highlands sind jedenfalls ein absolutes Highland auf einem Malaysia-Trip. Die Halbtagestour mit Besuch der Teeplantagen und des Mossy Forest kann ich jedenfalls empfehlen. Unser Guide hat uns sehr interessante Infos über den Teeanbau sowie die Pflanzen im Wald mitgegeben. Die Gegend um Brinchang und Tanah Rata bietet jedoch zusätzlich zahlreiche Dschungelpfade, welche man selbst gut bestreiten kann. Hier wird keinem langweilig. Also am besten neben der Halbtagestour noch einen eigenen Dschungeltrip wagen (ev. vorab erkundigen, wie schwer der Weg ist und keinesfalls alleine gehen! Mückenschutz nicht vergessen!), bei dem man am Ende auch das tolle Gefühl hat, die neue Welt entdeckt zu haben. Zwar nicht mit Machete bewaffnet, aber mit einer großen Portion Entdeckergeist und Dschungelfeeling. 

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