Koh Rok vs. Koh Phi Phi – wo „The Beach“ wirklich liegt

Welche Erwartungen hat man, wenn man 17h Flug nach Thailand auf sich nimmt? In Sachen Strand waren meine jedenfalls hoch: pipifeiner weißer Sand, türkises Meer wie auf den Malediven (die aber das Reisebudget gesprengt hätten) und möglichst menschenleer. Nichts leichter als das, oder?

Also ging es mit dem Boot von unserem Hotel auf Koh Lanta auf ins gelobte Land, also nach Koh Phi Phi. Ich habe mich schon wie DiCaprio im Film „The Beach“ (2000) gesehen, gestrandet auf einer einsamen, mysteriösen Insel, nur ohne Kampf ums Überleben und Entführung in eine marihuanarauchende Kommune. „The Beach“ wurde auf Koh Phi Phi gedreht, genauer gesagt auf der Bucht Maya Bay. Die Inselgruppe Koh Phi Phi war früher einmal wirklich ein einsames Paradies, nach dem Wiederaufbau in Folge des Tsunamis 2004 ist davon jedoch nicht allzu viel übrig geblieben. 

DSC_0394

Ankunft der Touristen auf Maya Bay, Koh Phi Phi  Leh

Die Tourismusindustrie hat das Potenzial erkannt und leider auch genutzt. Schön ist der Strand noch immer, aber für ein Foto muss man schon die Lücke zwischen locker 15 Speedbooten erhaschen, sich wie für Modelmama Heidi Klum in Pose werfen und dann sofort die Fotokulisse für die nächste Frau räumen, die sich im sexy Bikini im Sand räkelt oder verträumt durchs Wasser schreitet, während sie dem fleißig knipsenden Boyfriend einen verträumten Blick zuwirft. Die Schlafzimmerwand braucht schließlich neues Bildmaterial und die Facebook-Community einen weiteren Grund, sich im kalten Winterwetter mies zu fühlen.

IMG_2093.JPG

Fotolücke entdeckt

DSC_0386

Auch die Hauptinsel Koh Phi Phi Don ist heute – wenn man nicht gerade am einsamen Hotel-Privatstrand liegt und sich ins Fäustchen lacht, überlaufen von jungen partyhungrigen Backpackern aus aller Welt. Am Strand nüchtern die Alkoholleichen der letzten Nacht ihren Rausch aus. Wer Nähe jeglicher Art sucht, wird sie in Phi Phi finden. Entweder in Form einer netten britischen Bekanntschaft für die Nacht, deren Vornamen man am nächsten Tag schon wieder vergessen hat, oder beim Sonnen am öffentlichen Strand, wo man sein Handtuch aus Platzmangel zwangsweise in die Komfortzone des Nachbarn schieben muss. Und dann womöglich die nette Britin vom Vortag wiedererkennt.
Koh Phi Phi ist also ein Paradies, das geteilt werden will. Ein bisschen vergleichbar mit den vorderen Reihen am ersten heißen Wochenende im Bundesbad der Alten Donau.

Finding Nemo – Trauminsel Koh Rok

Also musste ein alternativer Traumstrand her. Unser Hotel war damals auf Koh Lanta. Von dort aus habe ich eine Bootstour nach Koh Rok gebucht. Und weil ich nicht so gerne vom Boot aus schnorchle und mich mal von den anderen Bootsgästen abseilen wollte, haben wir darum gebeten, uns vor dem geplanten Schnorchel-Stopp auf der Insel auszusetzen. Die beste Entscheidung überhaupt! Um etwa 09:00 morgens stand ich da. Mit 3 weiteren Extrawurstlern ausgesetzt auf einer unbewohnten Insel. Koh Rok ist unfassbar schön. Endlich hatte ich mein „The Beach“-Feeling. Koh Rok ist die schönste Insel, die ich während meiner Thailandreise gesehen habe. Es gibt hier keine Hotels, die Insel ist ein Nationalpark und unbewohnt. Man kann lediglich in Zelten bei einer Ranger-Station übernachten. Zwar kommen ein paar wenige Tagesausflugsboote auf die Insel, aber bei weitem nicht vergleichbar mit der Motorboot-Geräuschkulisse auf Koh Phi Phi. Hätte ich von der Zeltmöglichkeit gewusst, hätte ich sofort mein Lager aufgeschlagen. Ich stelle mir das am Abend unglaublich toll vor, einsam den Sonnenuntergang am Strand zu genießen. Kitsch Ende.

Auf Koh Rok kann man wunderbar schnorcheln. Ich kann jetzt nicht gut beurteilen, ob man im Vergleich zu anderen Tauchgebieten viele Fische sieht oder nicht, da ich zum ersten Mal überhaupt richtig schnorcheln war. Mich hat die Unterwasserwelt von Koh Rok jedenfalls total fasziniert und ich war auch ziemlich beeindruckt von den riesigen Korallen und bunten Fischen. Sogar Nemo hat vorbeigeschaut. Es war ein wenig so, als würde man durch die Aquarien im Haus des Meeres schwimmen. Schon wenige Meter vom Strand entfernt kann man die schönsten bunten Fische beobachten, die zu meiner Überraschung ziemlich groß waren. Leider habe ich keine Unterwasser-Kamera, aber auf Fotos kann man dieses Gefühl sowieso nicht gut vermitteln. Am Ende des Tages bin ich glücklich zurück ins Hotel auf Koh Lanta gefahren. DiCaprio hat sich leider nicht blicken lassen, der musste scheinbar seinen Rausch von der letzten harten Party auf Koh Phi Phi ausschlafen.

DSC_0453

Ankunft früh morgens auf Koh Rok: das Wasser hat eine unglaubliche Farbe

DSC_0608

unzählige Fischis tummeln sich im Wasser

DSC_0455

DSC_0612

DSC_0602

Ich geh dann mal schaukeln…

DSC_0545

DSC_0481

DSC_0579

DSC_0502

DSC_0472

Mr. Crabs hat uns beim Sonnenbaden besucht

DSC_0484

2 Gedanken zu „Koh Rok vs. Koh Phi Phi – wo „The Beach“ wirklich liegt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s